Nach der Enthauptung eines Priesters durch die Dschihadisten Abdel Malik P. und Adel K. (beide 19) hat Premier Manuel Valls Fehler im Umgang mit den amtsbekannten Attentätern eingeräumt. Man dürfe aber nicht in Popularismus verfallen, es werde kein "französisches Guantanamo" geben. Es befinden sich noch drei Verdächtige in Polizeigewahrsam.
Nach der Enthauptung eines Priesters durch die Dschihadisten Abdel Malik P. und Adel K. (beide 19) hat Premier Manuel Valls Fehler im Umgang mit den amtsbekannten Attentätern eingeräumt. Man dürfe aber nicht in Popularismus verfallen, es werde kein "französisches Guantanamo" geben. Es befinden sich noch drei Verdächtige in Polizeigewahrsam.
Die Entlassung von Adel K. mit einer elektronischen Fußfessel in den Hausarrest sei ein Fehler gewesen. "Das sollten wir anerkennen", sagte Valls der Zeitung "Le Monde". Die Justizbehörden müssten den Umgang mit Dschihadisten ändern. Dennoch dürfe man die beteiligten Richter nicht für den Terroranschlag verantwortlich machen.
Valls verteidigt sich gegen die harte Kritik der Opposition, beispielsweise von Marine Le Pen (Front National) und Ex-Präsident Nicolas Sarkozy (LR). "Meine Regierung wird nicht jene sein, die ein französisches Guantanamo erschafft." Man dürfe trotz der Attentate nicht in Popularismus umschlagen.
Der Krieg gegen den Terror werde lange sein "und wir werden weitere Attentate erleben. Aber Frankreich hat eine Strategie, diesen Krieg zu gewinnen ... Wir müssen in erster Linie diesen Feind außerhalb vernichten."
Noch drei Personen in Gewahrsam
Ein 30-jähriger französischer Staatsbürger, der aus dem Umfeld von Abdel Malik P. stammt, wird noch immer befragt. Er wohnt in Meurthe-et-Moselle. Die Ermittler wollen wissen, ob er Kenntnisse zu den Terror-Tätigkeiten des Attentäters hatte.
Auch ein Flüchtling aus Syrien wird befragt. Laut Medienberichten der Pass eines Syrers in der Wohnung von Adel K. gefunden, dabei könnte es sich um besagten Asylwerber handeln. Dieser könnte möglicherweise in das Attentat verwickelt sein.
Weiter im Gewahrsam der Polizei ist ein 16-jähriger gebürtiger Algerier. Er ist der kleine Bruder von Adel B. (26), der im März 2015 mit dem Ausweis von Adel K. die irakisch-syrische Grenze überschritten hat. Die beiden sollen einander sehr nahe gestanden haben.