Bis Weihnachten wollte Hirscher mit seinem neuen Ski-Imperium zu den Sieger-Marken zählen. Im Nachtslalom in Madonna fehlten Henrik Kristoffersen auf "Van Deer" nur acht Hundertstel auf Gewinner Daniel Yule aus der Schweiz.
Kristoffersen selbst sprach nach dem Rennen von Abstimmungsproblemen. Doch hat ein kleines Detail dem Norweger den Sieg gekostet? Immerhin müssen bei jedem Weltcup-Start die Sponsor-Aufdrucke von Red Bull abgeklebt werden.
Im alpinen Weltcup ist auf den Brettern nur der Aufdruck des Herstellers erlaubt, Zweitsponsoren sind verboten. Diese Regel dürfte das Team Hirscher übersehen haben, druckte das Red-Bull-Logo auf die brandneuen Ski.
So muss jedes Mal mit schwarzem Klebeband nachgeholfen werden. Bremst dieses - wenn auch nur ganz gering - den Speed von Kristoffersen? Immerhin geht es um Hundertstel-Sekunden.
Auch wenn im Ski-Weltcup Aerodynamik-Effekte nicht so drastisch wirken wie zum Beispiel in der Formel 1, könnte das Klebeband doch minimal Zeit kosten. Kristoffersen weiß aber, dass der Sieg in Madonna wo anders vergeben wurde.
"Es ist am ersten Lauf gelegen. Da war das Setup zu aggressiv", erklärte der langjährige Hirscher-Rivale unverblümt. "Wir müssen mit dem ersten Lauf arbeiten, aber es wird auch mit dem Material besser und besser", erklärte der Norweger.
Hirscher und sein Läufer Kristoffersen sind heiß auf den Slalom-Jänner. Gleich fünf neue Chancen auf den Sieg gibt's im ersten Monat des Jahres: Garmisch, Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming.