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"Promi Big Brother"-Sieger Hansch muss vor Gericht

Vom TV-Knast auf die Anklagebank: Gegen Ex-Sportreporter Werner Hansch wurde Anklage wegen Verdachts auf Betrug in sechs Fällen erhoben.
Heute Redaktion
31.08.2020, 13:00

Am vergangenen Wochenende durfte sich der ehemalige Sportjournalist Werner Hansch (82) nicht nur über seinen Sieg in der diesjährigen "Promi Big Brother"-Ausgabe, sondern auch über eine saftige Siegesprämie in der Höhe von 100.000 Euro freuen. Dankbar und zutiefst berührt nahm Hansch im Finale der Sendung unter Tränen den Geldkoffer entgegen. Mit dem Gewinn will er endlich mit seiner Vergangenheit abschließen, über die Hansch auch während seines Aufenthaltes im TV-Container offen und ehrlich sprach: Wegen seiner Spielsucht hatte er einen gewaltigen Schuldenberg angehäuft. 

Werner Hansch wurde am vergangenen Wochenende zum diesjähren "Promi Big Brother"-Gewinner gekürt.
Henning Kaiser / dpa / picturedesk.com

Hansch muss sich vor Gericht verantworten

Kurz nach dem Show-Finale hat nun die Staatsanwaltschaft Dortmund Anklage gegen den rüstigen "Promi Big Brother"-Sieger eingereicht. "Wegen des Verdachtes des Betrugs in sechs Fällen", erklärt der Staatsanwalt gegenüber der "Bild"-Zeitung. Dabei gehe es um Geld, dass sich Hansch im Zeitraum zwischen August 2017 bis April 2019 unter anderem vom CDU-Politiker Wolfgang Bosbach (68) geliehen, aber nicht zurückgezahlt hat. Hansch wird außerdem vorgeworfen, seinen Rückzahlswillen gegenüber seinen Gläubigern nur vorgetäuscht zu haben. 

Auch von CDU-Politiker Wolfgang Bosbach (re.) lieh sich Werner Hansch viel Geld, um damit seine Spielsucht zu finanzieren. 
imago images

"Hosen runter" wie bei "Promi Big Brother"

Hansch kann diesen drastischen Schritt nachvollziehen und will sich dem Verfahren stellen: "Ich wusste, dass das dazu führen kann", erklärt er gegenüber der "Bild"-Zeitung. "Wolfgang Bosbach hatte guten Grund zu dieser Anzeige. Er gehört zu denen, die mir vertraut und Geld gegeben haben." Er betont zwar, dass er fünf der sechs Darlehen bereits zurückgezahlt habe, möchte aber vor Gericht "wie bei 'Promi Big Brother' die Hosen runter lassen". Außerdem werde sein Anwalt die Einsetzung eines Gutachters beantragen. "Aus meiner Sicht kann er zu keinem anderen Ergebnis kommen, als dass ich durch diese Sucht vollkommen paralysiert und fremdbestimmt war", so die Moderatoren-Legende.

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