Prostituierte dürfen wieder arbeiten - das ist erlaubt

Körpernahe Dienstleister dürfen seit voriger Woche unter Auflagen wieder tätig sein. Dazu gehören auch Sexarbeiterinnen.
Körpernahe Dienstleister dürfen seit voriger Woche unter Auflagen wieder tätig sein. Dazu gehören auch Sexarbeiterinnen.Boris Roessler
Auch wenn Bordelle und Laufhäuser erst am 19. Mai öffnen, dürfen Sexarbeiterinnen ihrer Arbeit nun wieder nachgehen. Doch es gibt Auflagen. 

Körpernahe Dienstleister dürfen seit voriger Woche unter Auflagen wieder tätig sein. Dazu gehören neben Friseuren, Masseuren und Kosmetikern auch Sexarbeiter. Doch die Laufhäuser und Bordelle haben noch geschlossen, zählen sie doch zu den Freizeiteinrichtungen und dürfen somit erst am 19. Mai öffnen.

Wie, wann und wo käuflicher Sex erlaubt ist

"Sex-Arbeit verschiebt sich durch ein Verbot in illegale Strukturen, in denen Frauen ungeschützt und erpressbar sind, möglicher Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt sind und zudem das Risiko haben, eine Strafe zu bekommen", berichtet Domina und Aktivistin Shiva Prugger gegenüber "Heute". Und tatsächlich, die Anzeigen für illegale Wohnungsprostitution sind während der Corona-Pandemie in die Höhe geschossen.

Domina und Aktivistin Shiva Prugger
Domina und Aktivistin Shiva Pruggerprivat

Doch was ist nun (nicht) erlaubt? Eine für Österreich generell gültige Antwort ist nicht möglich. Die Bestimmungen zu Altersgrenzen, den Arbeitsorten und die Auflagen für die Betriebe variieren. Tatsächlich hat Vorarlberg das strengste Prostitutionsgesetz. Sexarbeit ist hier generell nur in bewilligten Bordellen erlaubt. Auch in Kärnten, Tirol, Salzburg und Oberösterreich ist die Prostitution "außerhalb" verboten.

In Wien sind hingegen Hausbesuche bei Kunden von SexarbeiterInnen, wie Callboys, Dominas oder Escorts erlaubt. Im Burgenland und in Niederösterreich nur dann, wenn keine Kinder und Jugendliche in den Wohnungen leben, beziehungsweise wenn es sich nicht um Pflege- und Altenheime handelt. Auch in Oberösterreich und der Steiermark dürfen keine Kinder anwesend sein. Wichtig: Prostituierte und Freier müssen FFP2-Maske tragen.

Prostituierte mussten um Essen schnorren

Seit fast einem halben Jahr haben Prostitutionslokale nun geschlossen. Viele Sexarbeiterinnen haben die Krise zum Anlass genommen, ernsthaft über einen Berufswechsel nachzudenken, andere stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. "Wir verteilen Lebensmittelpakete und -gutscheine. Wir haben einige Frauen, denen wir helfen konnten, Anträge auf Unterstützung aus dem Härtefallfonds zu stellen. Eine andere kleine Gruppe hat Ansprüche aus alten Angestelltenverhältnissen. Einige haben erstmalig Mindessicherung beantragt. Und es gab welche, die überhaupt keine Ansprüche hatten, weil sie ihr Einkommen nicht adäquat nachweisen konnten", schildert Eva von Rahden von der Beratungsstelle Sophie der Volkshilfe, die sich um Sexarbeiterinnen kümmert, dem "Falter" ihren Alltag.

HIER >> Fix! Sexarbeiterinnen in Wien werden im Mai geimpft

Im Zuge des Lockdowns hat die Berufsvertretung Sexarbeit Österreich (BSÖ) die Spendenaktion "Helfen ist sexy!" ins Leben gerufen. Mit dem gesammelten Geld werden Lebensmitteleinkaufsgutscheine gekauft, die durch die Beratungsstelle Sophie an notleidende Frauen verteilt werden.

Die Kontonummer der BSÖ lautet: AT13 2011 1843 1130 4800. Bitte geben Sie als Verwendungszweck "Coronahilfe" an.

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