Prostituierte fordern Vortritt bei Corona-Impfungen

Sexarbeiterinnen in Brasilien sind wegen des Coronavirus auf die Straße gegangen: Sie fordern eine prioritäre Behandlung bei den Impfungen.

Prostituierte in Brasilien sind für eine Woche im Streik: Sie sind mit der Politik ihrer Regierung nicht einverstanden und fordern eine prioritäre Behandlung bei den Corona-Impfungen. Schließlich seien sie als "Front Line Workers" an vorderster Front tätig und damit einer großen Gefahr ausgesetzt. Das berichtet die britische "Daily Mail" unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP).

"Wir stehen an vorderster Front, befeuern die Wirtschaft und sind gefährdet", sagte Cida Vieira, Präsidentin der Vereinigung der Prostituierten in Mins Gerais.

Und weiter: "Wir müssen prioritär behandelt werden, weil wir Menschen über Gesundheitsthemen und Geschlechterkrankheiten aufklären und gratis Kondome verteilen".

Da die Hotels in Brasilien wegen der Pandemie geschlossen sind, bieten Tausende Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter ihre Dienste auf der Straße an. Die Prostituierten gingen in Belo Horizonte, der Hauptstadt von Minas Gerais, auf die Straße. Mit Transparenten und Botschaften wie "Gesundheitsministerium, bitte teilt uns Sexarbeiterinnen in eine prioritäre Impfstoffgruppe ein" und "Sexarbeiterinnen sind eine prioritäre Gruppe".

Impfstoffe sind Mangelware

Brasilien impft zuerst das Gesundheitspersonal, Lehrkräfte, ältere Menschen, Ureinwohner*innen und Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen. Das Land hatte im März ein Abkommen über die Lieferung von 38 Millionen Impfdosen mit Johnson & Johnson geschlossen, diese werden aber erst ab August erwartet. Es ist der vierte Corona-Impfstoff, den die Aufsichtsbehörde von Brasilien zulässt.

Impfstoffe für die 212 Millionen Einwohner sind aber weiter knapp. Nur rund acht Prozent der Bevölkerung erhielt bisher eine erste Dosis. Im März starben in Brasilien so viele Menschen an oder mit einer Corona-Infektion wie noch nie: Über 66.000. Das waren mehr als doppelt so viele als im letzten Höchststands-Monat.

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