Die erste Auslandsreise nach der Waffenruhe in der Ukraine hat Russlands Präsident Wladimir Putin nach Budapest zu Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban geführt. Bei den Gesprächen standen angeblich Energiefragen im Vordergrund. Die Opposition kritisiert den Besuch, weil sie eine stärke energiepolitische Abhängigkeit Ungarns von Russland befürchtet. Eine Femen-Aktivistin demonstrierte in Budapest mit gelüftetem Rock gegen Putin.
Die erste Auslandsreise hat Russlands Präsident Wladimir Putin nach Budapest zu Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban geführt. Bei den Gesprächen standen angeblich Energiefragen im Vordergrund. Die Opposition kritisiert den Besuch, weil sie eine stärke energiepolitische Abhängigkeit Ungarns von Russland befürchtet. Eine Femen-Aktivistin demonstrierte in Budapest mit gelüftetem Rock gegen Putin.
Putin traf am Dienstag zu einem mehrstündigen Besuch in der ungarischen Hauptstadt ein. Er legte am Nachmittag Blumen am Heldenplatz nieder. Für Aufregung sorgte eine Femen-Aktivistin, die unten ohne demonstrierte. "Putin, geh nach Hause", stand auf ihrer Kleidung geschrieben, ein Pfeil deutete nach unten zur Intimzone. Dort zeigte sie die gefärbten Schamhaare - in den Landesfarben Russlands.
Ungarn hängt am russischen Gashahn
Eine gemeinsame Pressekonferenz war geplant. Energiefragen stehen im Fokus. Ungarn bezieht rund 60 Prozent seines Gasbedarfs von Russland. Die östliche Großmacht wird zudem in den kommenden Jahren in Ungarn zwei neue AKW-Blöcke bauen.
Doch darüber hinaus hat Putins Besuch im EU- und NATO-Land Ungarn auch eine beträchtliche Symbolwirkung. Seit der Annexion der Krim wird Putin erstmals ein NATO-Land besuchen, seit dem Abschuss des malaysischen Verkehrsflugzeugs über dem pro-russischen Separatistengebiet in der Ostukraine im Juli zum ersten Mal ein EU-Land.
Annäherung an Kreml
Orban hat sich in den vergangenen Jahren stark an Russland angenähert und verlässt sich in Sachen Energieversorgung fast ausschließlich auf das russische Erdgas. Auch in Sachen Regierungsführung nähert sich Orban dem autoritären Führungsstil Putins immer stärker an.
Eine Femen-Aktivistin protestierte gegen den Präsidenten. Sie hielt einen schwarzen Stoffbanner mit der Aufschrift "Putin go home" in die Höhe, wie auf Fotos in Sozialen Netzwerken zu sehen war.
Die Opposition kritisiert den Besuch Putins. Sie befürchtet eine noch stärkere energiepolitische Abhängigkeit Ungarns von Russland. Die Protestbewegung Human-Plattform hatte zu Protesten gegen den Putin-Besuch aufgerufen. Am Montagabend demonstrierten deshalb bereits mehr als 1.000 Menschen unter dem Motto "Putin njet! - Europa ja!".