"Es gibt in Wien viele Gegenden, wo sich die Menschen nicht mehr sicher fühlen. Eine davon ist die U6 Station Gumpendorfer Straße", zeigte sich nun VP-Chef Karl Mahrer auf Twitter besorgt. Nach Brunnenmarkt und Reumannplatz widmet sich der ehemalige Wiener VIze-Polizeichef In seinem neuen Video dem Drogen-Hotspot in Wien-Mariahilf. Auch das Suchthilfezentrum "Jedmayer" spielt darin eine Rolle – und kommt nicht gut weg.
So beklagt Martina Hammerer, Obfrau der ÖVP-Frauen Mariahilf, die Verunreinigung naheliegender Wohnhäuser durch Fäkalien, Erbrochenes und benutzten Spritzen. Im Gegensatz zu einem der vorherigen Videos, wird die Parteifunktionärin diesmal klar als solche ausgewiesen
Wie schon wie bei Mahrers vorherigen Videos, sorgt der via Social Media verbreitete Clip für heftige Diskussionen. Für manche durchaus prominente Twitter-User brachte das Video nun sogar das Fass zum überlaufen. Sie blockierten den Wiener VP-Chef.
Ewald Lochner, Koordinator für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien, ging einen anderen Weg. Er unterzog dem Clip einen Faktenchef – und deckte dabei einige Fehler auf, wie er am Mittwoch auf Twitter kundtat: So befindet sich das "Jedmayer" nicht wie von Mahrer behauptet in der Kudnendoppelstraße, sondern in der Gumpendorfer Straße. Weiters würden 81 Prozent der Spritzentausch-Kontakte im "Jedmayer" stattfinden. In Mahrers zweieinhalt Minuten langen Clip ist von 91,3 Prozent die Rede. "Prozentrechnen is a Hund", so Lochner flappsig.
Besonders der Vorwurf nicht rechnen zu können, wurmt die Wiener ÖVP. Und so rückte prompt Sebastian Mühlbauer, Leiter Digitale Kommunikation der Stadtpartei, zum Check des Faktenchecks aus. Er wirft dem Drogen-Koordinator vor, mit falschen Zahlen zu rechnen. "Sie sind auf ihren eigenen Fehler hingefallen", wirft er Lochner vor.
Wer jetzt nichts mehr checkt, ist mutmaßlich nicht ganz allein. Fix ist aber, dass das Grätzel rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße nicht zu den ausgewiesenen Wohlfühl-Gegenden der Stadt zählt. Wer zur U-Bahn will, muss sich regelmäßig seinen Weg durch offenbar berauschte Menschen bahnen. Mehr Aktion und weniger Alarmismus wären aber wohl der bessere Weg, mit der Situation umzugehen…