Prozess nach dem Tod von Tugce beginnt

Kaum eine Nachricht sorgte im letzten Jahr in Deutschland und auch über die Landesgrenzen hinweg für so viel Aufsehen wie der Tod der 22-jährigen Tugce Albayrak. Sie war Mitte November vom 18-jährgen Sanel M. geschlagen worden, stürzte darufhin und fiel in ein Koma, aus dem sie nicht mehr erwachte. Nun startet in Darmstadt der Prozess gegen den Schläger.

Kaum eine Nachricht sorgte im letzten Jahr in Deutschland und auch über die Landesgrenzen hinaus für so viel Aufsehen wie der Tod der 22-jährigen Tugce Albayrak. Sie war Mitte November vom 18-jährgen Sanel M. geschlagen worden, stürzte darufhin und fiel in ein Koma, aus dem sie nicht mehr erwachte. Nun startet in Darmstadt der Prozess gegen den Schläger.

Sanel M. wird von der Staatsanwaltschaft Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Er selbst hat sich zum Auftakt bei der Familie entschuldigt. "Ich habe in der Tatnacht Tugce eine Ohrfeige gegeben, und sie ist dann umgefallen. Es tut mit unendlich leid, was ich getan habe. Ich kann mit gar nicht vorstellen, was ich der Familie für Leid und Schmerzen angetan habe", sagte er mit tränenerstickter Stimme.

Insgesamt sollen 60 Zeugen gehört werden. Auch der Vater von Tugce wird sich zu Wort melden. Die Familie der getöteten Lehramtsstudentin tritt als Nebenkläger auf.

Das Medieninteresse an dem Fall ist groß. Von den insgesamt 52 Plätzen im Verhandlungssaal wurden 25 für Journalisten und andere Medienvertreter reserviert. Sie dürfen allerdings nur in den Pausen berichten, da sie sonst ihre Akkreditierung verlieren.

Gegenüber dem Gerichtsgebäude haben Freunde der Verstorbenen zum Prozessbeginn eine Mahnwache abgehalten. Es wurden einige hundert Teilnehmer erwartet. Der Fall hat im November auch zu einer Diskussion über Zivilcourage geführt. Tugce hatte vor dem Schlag gegen sie versucht, einen Streit zu schlichten.

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