Tote Michelle: Hier geht Saber A. vor den Richter

Diese Tat schockierte das ganze Land. Dezember letzten Jahres wurde die 16-jährige Michelle F. aus Steyr in ihrem Kinderzimmer ermordet. Ihr mutmaßlicher Mörder steht nun vor Gericht.
Die Mutter von Michelle F. wird diesen Anblick nie wieder vergessen können. Kurz vor Weihnachten – am 8. Dezember 2018 – fand sie die 16-Jährige tot in ihrem Kinderzimmer liegend. Ihre Leiche war mit Decken und Kleidungsstücken verhüllt.

Ein einziger Messerstich in die Lunge hatte zum Tod des Mädchens geführt. Sie war verblutet.

Opfer führte On-Off Beziehung



CommentCreated with Sketch.2 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Als mutmaßlicher Täter galt Saber A. Der damals 17-Jährige soll sich Stunden zuvor mit der 16-Jährigen in ihrem Kinderzimmer in Steyr-Münichholz aufgehalten haben. Die beiden hatten sich über das Internet kennengelernt, führten eine ständige On-Off Beziehung. Sie konnten offenbar nicht mit, aber auch nicht ohne einander.

Im Kinderzimmer dürfte es zum Streit zwischen den beiden Teenies gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Mord aus Eifersucht aus. "Die 16-Jährige hatte dem 17-Jährigen klar gemacht, dass sie sich trennen und die Beziehung beenden wolle", so Wolf-Dieter Graf , stellvertretender Sprecher am Landesgericht Steyr.

Saber A. bestritt die Tat allerdings bis zuletzt. Dass Michelle starb, sei ein Unfall gewesen, sagte er in einem ersten Verhör. Danach verweigerte er eine Aussage.

Der Afghane war nach der Tat aus dem Kinderzimmer über ein Fenster geflüchtet, nach Wien.

Stellte sich nach Flucht in Wien



Dort konnte ihn die Polizei wenige Tage nach der Tat am Bahnhof Wien-Floridsdorf festnehmen – nachdem er selbst den Notruf gewählt und sich gestellt hatte.

Der Fahndungsdruck war zu groß geworden. Über die Medien wurde mittels Fotoim ganzen Land nach dem 17-Jährigen gesucht. Das machten ihm auch seine Freunde klar, an die er sich zuvor in seiner Verzweiflung gewandt hatte. Sie sollten ihm einen falschen Pass besorgen, um ins Ausland fliehen zu können.

Es drohen bis zu 15 Jahre Haft



Dienstagfrüh startete der Prozess von Saber A. am Landesgericht Steyr. Er muss sich wegen Mordes verantworten. Zwei Verhandlungstage sind angesetzt. Am ersten Tag sollen Sachverständige und Zeugen befragt werden. Am zweiten eine weitere Sachverständige, so Graf gegenüber "Heute".

Der Beschuldigte betrag am Dienstag gefasst und ruhig den Gerichtssaal, begleitet von mehreren, schwer bewaffneten Justizwachebeamten.

Im Falle einer Verurteilung drohen dem Angeklagten bis zu 15 Jahre Haft. Weil er zum Zeitpunkt der Tat 17-Jahre alt war, gilt für ihn das Jugendstrafmaß.



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