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Prozess um Tupac-Mord – jetzt kommt alles ans Licht

Im Mordprozess um Tupac Shakur geht es um Rache, rivalisierende Gangs und widersprüchliche Aussagen des Angeklagten.
Newsdesk Heute
18.08.2026, 08:39
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Im Mordprozess rund um den legendären US-Rapper Tupac Shakur, der vor fast 30 Jahren erschossen wurde, hat die Staatsanwaltschaft in ihrem Eröffnungsplädoyer von einer Racheaktion gesprochen. Angeklagt ist Duane Davis. Laut Staatsanwalt Binu Pilal soll Davis den Mord in Auftrag gegeben haben, weil sein Neffe zuvor von Shakur verprügelt worden sei. Das erklärte Pilal am Montag zum Prozessauftakt in Las Vegas. Die Verteidigung weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Der Mord an Shakur zählt zu den bekanntesten ungelösten Verbrechen in den USA, entsprechend groß war das Interesse am Prozess. Die Auswahl der Geschworenen startete bereits vor einer Woche, am Montag ging es dann mit der eigentlichen Verhandlung los.

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"Am 7. September 1996 beteiligte sich Tupac Shakur öffentlich und vor laufender Kamera an einer erniedrigenden Prügelattacke auf Orlando Anderson, den Neffen von Duane Davis", sagte Staatsanwalt Pilal. "Zweieinhalb Stunden später dann ... wurde Tupac aus einem weißen Cadillac heraus in einem Racheakt niedergeschossen." Pilal betonte, dass Davis zwar nicht selbst geschossen habe. Er soll aber die Waffe an jemanden auf dem Rücksitz seines Autos weitergegeben und befohlen haben, auf den Rapper zu schießen.

"Fiktion"

Der Anwalt von Davis, Michael Sanft, weist die Vorwürfe zurück. Es gebe keine stichhaltigen Beweise gegen seinen Mandanten. "Was sie Ihnen vortragen, stellen sie als Tatsache dar, obwohl es sich in Wahrheit um Fiktion handelt", sagte er an die Geschworenen. "Es liegt an Ihnen zu entscheiden, was wirklich den Tatsachen entspricht."

Shakur wurde mit nur 25 Jahren im Glücksspielparadies Las Vegas im Bundesstaat Nevada erschossen. Der als 2Pac bekannte Musiker war eine Schlüsselfigur im damals tobenden Streit zwischen Hip-Hop-Künstlern von der West- und Ostküste der USA.

Shakur, der mit Liedern wie "California Love" und "All Eyez on Me" berühmt wurde, wuchs zwar in Harlem und Baltimore an der Ostküste auf, unterschrieb dann aber bei Death Row Records aus Los Angeles und wurde schnell zum Sinnbild des kalifornischen "Bad Boy".

Im Prozess steht vor allem die Fehde zwischen Death Row Records und der von Sean "Diddy" Combs gegründeten Ostküsten-Plattenfirma Bad Boy Records im Fokus. Laut Ermittlungen stand Death Row Records unter dem Schutz der Gang Mob Piru. Bad Boy Records wiederum engagierte die von Davis angeführte rivalisierende Gang South Side Compton Crips als Bodyguards.

Die Ermittlungen ergeben, dass Shakur und Death-Row-Records-Boss Marion "Suge" Knight am Abend des 7. September 1996 den Neffen von Crips-Boss Davis zusammenschlugen. Noch in derselben Nacht soll dann ein weißer Cadillac mit Davis, dessen Neffen und weiteren Insassen Shakurs Auto in Las Vegas überholt haben. Aus dem Cadillac wurden mehrere Schüsse abgefeuert, Shakur wurde tödlich getroffen.

Mangels Beweisen stockte die Aufklärung des Mordes an Tupac Shakur jahrzehntelang. Erst 2019 kam Bewegung in die Sache, als Davis seine Memoiren veröffentlichte. Darin schilderte er, dass er an dem Abend vorn im Cadillac saß und den Männern auf der Rückbank eine Pistole gab. Wer tatsächlich geschossen hat, schrieb Davis nicht. Alle anderen Männer, die damals im Auto waren, sind mittlerweile verstorben.

Im September 2023 wurde Davis schließlich festgenommen. Inzwischen distanziert er sich von den Angaben in seinen Memoiren und beteuert seine Unschuld. In einem Interview aus dem Gefängnis mit dem Sender ABC sagte er, die Ermittler könnten ihm nicht einmal nachweisen, dass er in der Tatnacht in Las Vegas war. Er sei stattdessen in Los Angeles gewesen. Seine eigenen Memoiren habe er nie gelesen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.08.2026, 08:39