Die Proteste der Lehrergewerkschaften sorgen wenige Tage vor dem Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft für immer größere Unruhe. Am Mittwoch drangen Demonstranten auf das Gelände des Bildungsministeriums in Mexiko-Stadt vor und richteten dabei erhebliche Schäden an.
Dabei setzten sie Laternenmasten als Rammböcke ein, um sich gewaltsam Zutritt zur Zentrale des Bildungsministeriums in der Hauptstadt zu verschaffen. Augenzeugen zufolge wurde ein Wachhäuschen zerstört, außerdem gingen mehrere Fensterscheiben zu Bruch. Informationen über Verletzte gab es zunächst nicht.
Bereits in den vergangenen Tagen war die Situation mehrfach eskaliert. Mitglieder der Lehrergewerkschaft CNTE rissen am Dienstag große Plastikfiguren von Fußballspielern mit Seilen um und zerstörten diese.
Zudem versuchten Demonstranten, auf den berühmten Zócalo-Platz vorzudringen. Dort sollen während der Weltmeisterschaft die Spiele aus dem Aztekenstadion live übertragen werden. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum äußerte sich kurz vor dem Angriff auf das Ministerium zu den anhaltenden Protesten. "Sie wollen, dass wir im Vorfeld der Weltmeisterschaft auf Repression zurückgreifen", erklärte die Staatschefin. Sie werde nicht "in die Falle tappen", betonte Sheinbaum bei einer Pressekonferenz.
Besonders brisant: Die Aktivisten drohen offen mit landesweiten Massenprotesten während der Weltmeisterschaft. Sollten ihre Forderungen bis zum Eröffnungsspiel nicht erfüllt werden, könnten die Demonstrationen auf zahlreiche Städte ausgeweitet werden. Damit droht dem WM-Gastgeber ausgerechnet während des größten Sportereignisses der Welt erheblicher Ärger auf den Straße.