Wien

Prügelei vor City-Hotel – auch Taxler sind Beschuldigte

Nächste Wende im Fall der Schlägerei vor einem Wiener Nobel-Hotel: Die Polizei ermittelt auch gegen die beiden verletzten Taxifahrer.
Claus Kramsl
30.05.2022, 21:01

Das Video eines "Heute"-Leserreporters vom 25. Mai ist eindeutig: Vier Männer schlagen vor dem Grand Hotel in der Wiener Innenstadt auf zwei weitere ein, treten diese zu Boden. Ein bewusstloses Opfer wird an den Beinen zur Seite geschleift und auf der Straße liegen gelassen. Das zweite Opfer kann verletzt entkommen. Dann springen die Angreifer in ihre schwarzen Luxus-SUVs und rasen davon.

Taxler ging laut Zeuge mit Schlagstock auf SUV-Beifahrer los

Doch so eindeutig ist der Fall nicht, wie die Ermittlungen der Polizei zeigen: Montagvormittag gab die Polizei per Aussendung bekannt, dass die beiden Taxilenker (48, 49) wohl nicht ganz unschuldig an der Gewalteskalation in einer Nebenfahrbahn des Kärntner Rings waren. Denn laut der Aussage eines Zeugen, soll der ältere der Taxilenker mit einem Schlagstock in der Hand die Beifahrertüre eines der Luxus-SUVs aufgerissen und versucht haben, den Beifahrer mit der Waffe zu attackieren. Daraufhin habe sich der Angegriffene "rechtzeitig gewehrt", wie es von der Polizei heißt. Erst hier setzt das "Heute"-Leservideo ein.

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Auch gegen Taxler wird wegen Raufhandels ermittelt

Daher werden von der Polizei nicht nur der namentlich bekannte Ukrainer (27) und seine drei Begleiter, sondern auch die beiden verletzten Taxilenker als Beschuldigte geführt. Gegen alle sechs Personen wird wegen Raufhandels ermittelt, wie die Polizei gegenüber "Heute" bestätigt. Bei den Begleitern des 27-Jährigen handelt es sich mutmaßlich auch um ukrainische Staatsbürger. Ihre Identitäten sind derzeit aber noch nicht eindeutig geklärt.

Derzeit keine Fahndung nach den Verdächtigen

Während die Taxler für die Polizei greifbar sind, sind die anderen vier in die Schlägerei verwickelten Männer weiterhin flüchtig. Gefahndet wird nach den vier Verdächtigen derzeit nicht, da die Polizei noch keinen Bericht an die Staatsanwaltschaft übermittelt hat und daher dort noch kein Verfahren anhängig ist, wie Sprecherin Nina Bussek gegenüber "Heute" mitteilt. "Von unserer Seite ist daher momentan gar keine Fahndungsanordnung möglich", so Bussek.

"Es gibt derzeit keine Fahndung. Die Verdächtigen sowie die Kennzeichen ihrer Fahrzeuge sind aber intern ausgeschrieben. Sobald es zu einem Treffer kommt, werden die Verdächtigen angehalten", bestätigt ein Polizeisprecher.