Ein Eklat hat sich am Donnerstag im südafrikanischen Parlament in Kapstadt ereignet. Als Abgeordnete der linken Oppositionspartei EFF Staatspräsident Jacob Zuma zu angeblich von ihm unterschlagenen Geldern befragen wollten, wurden sie von 25 bewaffneten Sicherheitskräften abgeführt. Daraufhin verließen fast 90 weitere Personen aus Protest ihre Sitze und Zuma sprach vor leeren Rängen.
Die Partei der "Wirtschaftlichen Freiheitskämpfer" stellte klar, Antworten auf ihre Fragen haben zu wollen. Sie werfen Zuma vor, umgerechnet 15 Millionen Euro an öffentlichen Geldern unter anderem in einen Swimmingpool und ein privates Theater investiert zu haben.
Sieben Abgeordnete verletzt
Parlamentspräsidentin Baleka Mbete bewaffnete Polizisten zur Hilfe. Dabei kam es Augenzeugen zufolge auch zu Schlägereien zwischen Polizisten und lautstark protestierenden Abgeordneten. 25 Abgeordnete wurden aus dem Plenum geworfen, sieben davon laut Opposition verletzt.
Daraufhin verließen 89 Abgeordnete der bürgerlichen Demokratischen Allianz, die als Protestmaßnahme bereits in schwarzer Trauerkleidung erschienen waren, das Parlament. So hielt Zuma seine Rede zur Lage der Nation vor mehr als 100 leeren (von insgesamt 400) Sitzen.
"Südafrika wird ein Polizeistaat"
EFF-Chef Julius Malema ist der lautstärkste Kritiker seines einstigen Parteifreundes Zuma, dem er vorwirft, nur die eigene Bereicherung im Sinn zu haben. "Südafrika wird ein Polizeistaat", sagte Malema später. Oppositionsführer Mmusi Maimane von der Demokratischen Allianz bezeichnete den von der Parlamentspräsidentin Baleka Mbete angeordneten Polizeieinsatz als "schweren Verfassungsbruch".