Es ist das Jahr 2012: Robert Almer hat sich nach seinem Wechsel von der Wiener Austria den Posten des Stammtorhüters bei Fortuna Düsseldorf erkämpft. Mit Platz drei schaffte man den Sprung in die Relegation für die deutsche Bundesliga. Doch dann kam der Schock.
Almer zog sich eine Muskelverletzung zu. So musste der ÖFB-Torhüter zusehen, wie seine Mannschaft in den Entscheidungsspielen gegen Hertha BSC Berlin den Aufstieg in die 1. Bundesliga meisterte. Für Almer war dies eine schwere Zeit, wie er im "MindgamesPodcast" verriet: "Du bist kurz davor, dir einen Traum zu verwirklichen und die Relegationsspiele für den Aufstieg in eine Top-4-Liga zu bestreiten. Dann habe ich mir eine Muskelverletzung zugezogen und bin mental in ein richtiges Loch gefallen."
Anstatt mit der Mannschaft den Aufstieg in die Bundesliga zu feiern, musste er sich Hilfe suchen: "Ich war in psychiatrischer Behandlung und habe Medikamente genommen, weil ich nicht mehr schlafen konnte und mit der Situation überhaupt nicht zurechtkam. Ich will nicht sagen, dass ich depressiv war, aber ich hatte sicher eine Art Burnout." Hinzu kam auch eine familiäre Situation: "Meine Frau war hochschwanger, das kam auch noch dazu."
Unterstützung vom Verein? Fehlanzeige! Zwei Jahre nach dem Suizid von Hannover-Torwart Robert Enke, der sich am 11. November 2009 aufgrund anhaltender psychischer Probleme vor einen Zug warf, wurden die Probleme von Almer innerhalb des Vereins nicht ernst genommen. "Ich habe mit dem Verein Kontakt aufgenommen und das Erste, was der damalige Trainer zu mir sagte, war: 'Geht das jetzt oder brauchen wir einen neuen Torwart?' Da habe ich mir wirklich gedacht: Du Trottel, warum redest du mit ihnen über dieses Thema?"
Scharfe Kritik an Norbert Meier, dem damaligen Trainer, der in der Bundesliga nicht mehr auf Almer setzte. "Am Ende der Vorbereitung sagte er zu mir: 'Wenn du in der Relegation gespielt hättest, wärst du meine Nummer 1.' Da wurde mir klar, warum ich nicht mehr spiele. Ich glaube, dass diese psychische Thematik im Profi-Fußball niemanden interessiert."
Schließlich wechselte Almer zum Ende der ersten Bundesliga-Saison zu Energie Cottbus. Mit dieser Geschichte zeigt der ehemalige ÖFB-Torhüter, wie schwierig das Fußballgeschäft nach wie vor ist, und setzt ein warnendes Zeichen an die aktuellen Verantwortlichen.