Psychisch Kranker drohte Strache mit bizarrem Tod

Bild: Helmut Graf
Ein Wiener Schwurgericht muss sich am Dienstag mit einem Mann auseinandersetzen, der FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache und dem Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka mit dem Tod gedroht haben soll. Er wollte die beiden Politiker laut Staatsanwalt "in Furcht und Unruhe versetzen" und schickte ihnen insgesamt 17 angsteinflößende Mails.
"Mein Ziel war es, Strache ein bisschen zu erschrecken", gab ein 28-Jähriger am Wiener Schwurgericht zu Protokoll. Der an Schizophrenie erkrankte und damit zurechnungsunfähigen Mann hatte FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache per Email Todesdrohungen zukommen lassen - er wolle ihn mit einer "Insektendrohen mit Todesspritze", per "Quantenraumschiff" oder "auf 10.000 verschiedene Arten" töten. Er wurde in eine Anstalt eingewiesen.

Er habe auf Straches Facebook-Profil juden- und ausländerfeindliche Postings entdeckt, begründete der Mann seinen Zorn. Das habe ihn mehr als nur geärgert, sagte der gebürtige Bosnier, der im Alter von sechs Jahren infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen am Balkan mit seinen Eltern nach Österreich geflüchtet war: "Ich war blind im Zorn." Er habe die inkriminierten Mails verfasst, um Strache dazu zu bewegen, "die FPÖ religiöse Werte zu lehren, dass nicht gehetzt wird bei ihm auf Facebook".

Insgesamt 74 Mails umfasste die Anklage. Der Absender forderte nicht nur Straches Rücktritt, sondern fragte diesen auch, wie er sterben möchte. "Ich töte dich auf 10.000 verschiedene Arten", hieß es einmal, wobei in diesem Kontext mehrfach eine "Insektendrohne mit Todesspritze" Erwähnung fand. Auch von einem "Quanten-Raumschiff" war in einer anderen Mail die Rede.

Für Todesdrohne fehlte die Batterie

Vom Richter darauf angesprochen, outete sich der Mann, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden soll, als Star-Trek-Fan: "Ich träume seit meiner Kindheit von einem Quanten-Raumschiff." Die dafür erforderlichen Schilde, Waffensysteme und Generatoren habe er "zu 70 Prozent" schon gebaut: "Aber ich habe nur 100 Euro pro Woche zur Verfügung". Die Drohne wiederum sei "nicht energiefähig. Eine Batterie fehlt."

Der 28-Jährige versicherte, Strache nicht nach dem Leben getrachtet zu haben: "Ich würde das nie tun, was ich geschrieben habe." Dass eine Mail an den Wiener ÖVP-Obmann Manfred Juraczka ging, sei ein "Unfall" gewesen: "Ich wollte dem ehemaligen Vizekanzler Pröll schreiben, habe ihn aber nicht gefunden. So bin ich auf den Manfred gekommen." Abschließend forderte der Mann vom Gericht "die maximale Strafe". Der 28-Jährige wurde in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. "Ist in Ordnung", akzeptierte der Betroffene die Entscheidung. Die Staatsanwältin gab vorerst keine Erklärung ab. Die Unterbringung ist damit nicht rechtskräftig.
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