Russland und die Ukraine haben sich gegenseitig Verstöße gegen die seit Samstag geltende dreitägige Waffenruhe vorgeworfen. Trotzdem spekulierte Kreml-Chef Wladimir Putin nach der Militärparade zum Tag des Sieges über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs.
"Ich denke, es neigt sich dem Ende zu, aber es ist nach wie vor eine ernste Angelegenheit", sagte Putin zu Journalisten in Moskau. Der Konflikt dauert mittlerweile seit mehr als vier Jahren an und ist der blutigste in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.
Die traditionelle Militärparade auf dem Roten Platz wurde diesmal in deutlich bescheidenerem Umfang abgehalten. Erstmals seit fast 20 Jahren fuhren keine Panzer oder anderes schweres Militärgerät auf - aus Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen. Stattdessen wurden Waffensysteme nur auf riesigen Bildschirmen gezeigt.
In seiner Rede verglich Putin den Kampf gegen die Ukraine mit dem damaligen Krieg gegen Nazi-Deutschland. "Ich bin zutiefst überzeugt, dass unsere Sache gerecht ist", sagte er. "Der Sieg war unser und er wird es immer sein."
US-Präsident Donald Trump hatte die dreitägige Feuerpause am Freitagabend verkündet. Doch beide Seiten beschuldigen sich bereits, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Der ukrainische Generalstab meldete 51 russische Angriffe seit Beginn des Tages. Bei Drohnenangriffen in der Region Saporischschja wurden zwei Zivilisten getötet.
Moskau erklärte wiederum, ukrainische Kräfte hätten russische Stellungen mit Drohnen und Artillerie angegriffen. In der russischen Grenzregion Belgorod wurden laut Gouverneur drei Menschen verletzt.
Neben der Waffenruhe kündigte Trump auch einen Austausch von jeweils tausend Kriegsgefangenen an. Er hoffe, dies sei "der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart geführten Krieges". Zu einem direkten Treffen mit Selenskyj sei Putin erst bereit, wenn alle Bedingungen für ein mögliches Friedensabkommen geklärt seien.