Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Ermordung des russischen Agenten und Kreml-Kritikers Alexander Litwinenko in Auftrag gegeben oder zumindest gebilligt. Jedenfalls habe er davon gewusst, lautet der Schluss von Richter Robert Owen, der die Untersuchung des Mordfalls leitete und am Donnerstag in London seinen Abschlussbericht vorlegte.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die in Auftrag gegeben oder zumindest gebilligt. Jedenfalls habe er davon gewusst, lautet der Schluss von Richter Robert Owen, der die Untersuchung des Mordfalls leitete und am Donnerstag in London seinen Abschlussbericht vorlegte.
Die britische Regierung wollte im Vorfeld die Aufarbeitung verhindern, da sie diplomatische Konsequenzen befürchtete. Dass es überhaupt zu der Untersuchung des Falles in London kam, ist Litwinenkos Witwe Marina zu verdanken, die sich gerichtlich gegen die britische Regierung durchsetzte. Der Fall musste neu aufgerollt werden, am Donnerstag wurde der Abschlussbericht vorgelegt.
Owen beschreibt darin, dass es wahrscheinlich sei, dass Putin dem Mord an Litwinenko zugestimmt habe. Den Mord selbst habe der russische Geheimdienst FSB in Auftrag gegeben, hieß es weiter. Litwinenko, der früher als russischer Agent tätig war, wurde zu einem der schärfsten Kritiker Putins. Ende 2006 wurde der 43-Jährige mit einer Vergiftung durch radioaktives Polonium 210 ins Spital eingeliefert. Kurz vor seinem Tod beschuldigte auch er Putin des Mordes.
Gift im Wert von Millionen
Strafrechtliche Konsequenzen wird der Bericht keine haben, da es sich um eine gerichtliche Untersuchung und keinen Prozess gehandelt hat. Polonium 210 wird von Experten als das "perfekte Gift" beschrieben. Es ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Metall, das leicht zu transportieren und dessen Strahlung in der Luft nicht gefährlich und schwer nachweisbar ist. Gelangt es aber über Atmung, Wunden oder Speisen in den Körper, wirkt es in kleinsten Mengen tödlich.
Die ersten Symptome sind die einer Nahrungsmittelvergiftung, später kommen heftige Blutungen aus den Körperöffnungen hinzu, bis das Opfer stirbt. Weil Polonium nur im Körper seine tödliche radioaktive Wirkung zeigt, sind auch Kontaktpersonen des Vergifteten in den meisten Fällen nicht in Gefahr. In Litwinenkos Körper soll Berichten zufolge eine Menge gefunden worden sein, die 29 Millionen Euro wert ist und 100 Menschen hätte töten können.