In der Ukraine soll es mittlerweile zu bizarren Szenen kommen. So soll vor rund einer Woche ein russischer Soldat mit den Verteidigern ein Rendezvous für seine Kapitulation vereinbart haben, weil er die Schnauze voll hatte. Das meldete der Berater des ukrainischen Innenministers, Victor Andrusiv, am Dienstag via Facebook.
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In dem Bericht, der jetzt international für Schlagzeilen sorgt, schreibt Andrusiv, detailliert, wie alles über die Bühne gelaufen sein soll: "Vor ein paar Tagen hat uns 'Mischa' kontaktiert. Er sah keinen Sinn in diesem Krieg... erzählte, dass kaum noch Proviant übrig sei, die Befehle chaotisch und die Vorgesetzten praktisch abwesend seien. Die Demoralisierung ist kolossal."
Demnach hatte der russische Panzer-Fahrer offenbar auf eine der vielen SMS, die die Ukraine an russische Handys schickt, reagiert. Zuvor soll ihm sein Vorgesetzter im Falle der Desertation mit einem Erschießungskommando gedroht haben. Seine beiden Crew-Mitglieder seien da aber schon getürmt gewesen und hätten "Mischa" alleine in dem Panzer zurückgelassen. Laut "Daily Mail" handelt es sich um einen T-72, einem ursprünglich sowjetischen, aber immer wieder nachgerüsteten und weltweit viel verkauften Kampfpanzer-Modell.
Gemeinsam habe man daraufhin einen Übergabepunkt vereinbart. "Mischa" soll seinen Panzer in die offene Pampa gesteuert und sich daneben auf den Boden gelegt haben. So wurde er von den ukrainischen Streitkräften gefunden und vorläufig festgenommen. Viel verlangte er für seine Kapitulation nicht: nur eine Chance auf eine ukrainische Staatsbürgerschaft nach Ende des Krieges. Zudem soll er 10.000 US-Dollar bekommen.
Für die Ukraine ein echter Glücksfall, sie kam so zu einem echten Spottpreis an einen leicht beschädigten Kampfpanzer aus Putins Fuhrpark. Schon im Jahr 1992 verlangte Russland beim Export 1,2 Millionen US-Dollar pro Stück.
"Mischa" soll die Zeit bis zum Kriegsende in einem "sehr komfortablen" Quartier mit TV, Telefon, Küche und Dusche verbringen. In seiner Heimat Russland hingegen droht ihm hingegen nun eine Kugel.
Unabhängig überprüfen lassen sich Andrusivs Angaben nicht, allerdings ist international klar, dass es für Putins Armee nicht allzu rund läuft. Der Einmarsch geriet zuletzt immer mehr ins Stocken. Besonders die schlechte Versorgungslage soll laut einer Analyse des Bundesheeres den Russen zusetzen.
Und: die ukrainischen Streitkräfte melden in den jüngsten Tagen immer wieder Erfolge. Demnach habe man die Russen in mehreren Ortschaften um umkämpfte Großstädte zurückschlagen können.