Auf Twitter kursiert derzeit ein Video, das zeigen soll, wie russische Soldaten in einer Grube voller Gatsch gefangen gehalten werden – ohne Essen und Wasser. Und das für drei Tage.
Ein angeblich russischer Soldat names Gorelow Pawel Nikolajewitsch erzählt in dem Video davon, wie es dazu gekommen sein soll, während er die Kamera auf seine Kollegen schwenkt, die blutige Gesichter aufweisen. "Heute kam es zu einem Missverständnis. Wir wurden in ein Loch gesteckt."
Weil sich seine Kollegen erlaubt hätten, ein paar Bier zu trinken, habe die russische Militärpolizei sie verprügelt und in die Grube geworfen, führt er aus. Ein Entkommen sei unmöglich.
Die Situation seiner Kameraden sei prekär. Ihre Notdurft müssten sie in Plastikflaschen verrichten. Und: Es sei extrem kalt, denn die Grube habe kein Dach, sondern sei mit einem Gitter verschlossen – während des Videos sieht man Schneeflocken hineinrieseln.
"Ich lege mich nicht hin, ich setze mich nicht einmal. Es ist unmöglich in diesem Schlamm", sagt der Mann. Seine offenbar verprügelten Kameraden scheinen schon resigniert zu haben. Sie lehnen völlig teilnahmslos herum.
Verzweifelt ruft der Mann um Hilfe: "Was machen Sie mit Ihren eigenen Leuten?!" Er macht aber auch klar, dass er dieses Video nicht aus generellem Protest gegen die Invasion der Ukraine sondern nur wegen der unmenschlichen Reaktion der Militärpolizei öffentlich macht.
"Wir befinden uns an der Front und sind ständig unter Beschuss. Wir werden nicht aufgeben, aber das hier muss aufhören", so der Soldat. Er spricht von Folter und der zuständige Kommandant müsse dafür zur Verantwortung gezogen werden.
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Die Echtheit der Aufnahmen lässt sich unabhängig kaum prüfen. Geteilt wurde das Video unter anderem vom Ukrainer Anton Geraschenko. Dieser ist Berater des ukrainischen Innenministeriums und bezeichnet sich als ukrainischer Patriot und Feind der russischen Propaganda.