Welt

Putsch nach Meuterei der Polizei

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:34

Auf den Malediven gab Präsident Mohammed Nasheed nach wochenlangen Protesten seinen Rücktritt bekannt. Am Dienstag brachte die meuternde Polzei das Staatsfernsehen unter seine Kontrolle und forderte die Bevölkerung zu Demionstrationen auf.

"Es ist für das Land in der derzeitigen Situation besser, dass ich von meinem Amt zurücktrete", sagte Präsident Nasheed am Dienstag in einer Fernsehansprache. "Ich will das Land nicht mit eiserner Faust führen. Ich trete zurück", fügte er hinzu.

Erster demokratisch gewählter Präsident

In dem Inselstaat im Indischen Ozean gab es seit Wochen Proteste gegen den Präsidenten und seine Regierung. Nasheed amtierte seit 2008 als erster demokratisch gewählter Präsident des Archipels, nachdem er seinen Amtsvorgänger Maumoon Abdul Gayoom nach 30 Jahren autoritärer Herrschaft besiegt hatte. Unter der Regierung seines Vorgängers war er wiederholt inhaftiert.

Freilassung eines Richters gefordert

Die jüngsten Proteste hatten sich im vergangenen Monat an der Festnahme eines Richters entzündet. Ihm wurde Fehlverhalten und die unzulässige Bevorzugung von Oppositionsvertretern vorgeworfen. Der Oberste Gerichtshof hatte die Freilassung des Richters gefordert, der aber in Militärhaft blieb.

Vom Sultan über die Republik zum Putsch

Die Malediven bestehen aus 1190 Inseln, von denen rund 200 bewohnt sind. Tourismus und Fischerei sind die Haupteinnahmequellen. Die Inselrepublik hat knapp 400.000 Einwohner, die große Mehrheit der Bevölkerung lebt in Armut. Von 1887 bis zur Unabhängigkeit 1965 waren die Malediven britisches Protektorat. 1968 wurde das Sultanat abgeschafft und die Republik ausgerufen, die dem britischen Commonwealth angehört. In der Hauptstadt Malé fand 1989 eine internationale Konferenz wegen der Bedrohung der Inseln durch den steigenden Meeresspiegel statt.

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