Quarantäne trifft Kuchl hart: Pendler fallen aus

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KuchlMartin Siepmann / Westend61 / picturedesk.com
Seit Mitternacht gelten im Bundesland Salzburg strengere Maßnahmen. Die Gemeinde Kuchl steht unter Quarantäne.

Die Corona-Zahlen in Österreich steigen weiter an. Am Samstag wurden über 1.700 neue Fälle vermeldet. Seit Mitternacht gelten im Bundesland Salzburg strengere Maßnahmen. Die Tennengauer Marktgemeinde Kuchl steht bis 1. November unter Quarantäne. Alle Zufahrten zum Ort werden von der Polizei kontrolliert. Hotels und Gaststätten bleiben geschlossen, Nur Schlüsselarbeitskräfte dürfen ein- und auspendeln.

Kuchl beherbergt eine Vielzahl an produzierenden Unternehmen. Der Großteil der Mitarbeiter sind Pendler. Die Wirtschaftskammer setzte sich diesbezüglich für eine differenzierte Vorgehensweise ein.

"70 Prozent der Mitarbeiter fehlen"

Beim Maschinenbauer UNTHA fallen nun 160 Einpendler in den kommenden beiden Wochen aus. "Das sind 70 Prozent der Mitarbeiter", erklärt Geschäftsführer Alois Kitzberger im APA-Gespräch. "Wir können die Produktion zwar aufrechterhalten, sind aber pessimistisch, dass wir die Gehaltsfortzahlung für die betroffenen Dienstnehmer entschädigt bekommen."

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Der Matratzenhersteller Elastica musste die Produktionstätigkeit aufgrund der Quarantäne vorübergehend eingstellen. Die Betreiberin eines Autohauses klagte gegenüber ORF Salzburg ebenfalls über die Situation. Nur ein Teil ihrer Kunden käme aus der Gemeinde.

Geschäfte dürfen offen halten. Diese befürchten aber, dass viele Kunden aus dem Umland ausbleiben. "Ich habe Angst, dass die sich Alternativen suchen und langfristig ausweichen", so eine Unternehmerin zur APA.

Strenge Sicherheitsregeln

Auch landesweit gelten in Salzburg verschärfte Sicherheitsregeln. In Restaurants und Lokalen herrscht wie in Wien nun eine Registrierungspflicht. Private Treffen außerhalb der Wohnung sind ebenso verboten wie Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze. Die Maßnahmen gelten vorerst bis 1. November.

Am Samstag wurden in Salzburg 159 Neuinfektionen vermeldet. Die meisten aktiven Fälle - 314 - gab es Samstagfrüh im Tennengau, gefolgt vom Flachgau mit 302 betroffenen Personen. In der Stadt Salzburg waren zu diesem Zeitpunkt 166 Fälle bekannt.

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