Die Praterstraße (Leopoldstadt) bekommt einen Zweirichtungs-Radweg – und was für einen: 4,5 Meter breit, feinster Asphalt, gesäumt von Bäumen, Sträuchern und Co – der "Megaradhighway" von der City nach Kagran spielt laut Stadt alle Stückerl! Für das Pedal-Prestige-Projekt legt sich die Stadt ausnahmsweise sogar mit den Autofahrern an - und nimmt ihnen eine Fahrspur weg.
Die Opposition zeigt sich wenig begeistert von dem "Megaradhighway": Für die ÖVP ist die Umgestaltung der Praterstraße schlicht eine "Zumutung", die FPÖ ortet einen "klimafeindlichem Schwachsinn". Und auch die radfreundlichen Grünen sind enttäuscht. Das Projekt sei ein "schwacher Abklatsch" der eigenen Idee des "Klimaboulevards".
Doch bevor für Pedalritter paradiesische Zeiten anbrechen, ist bis Jahresende Verzicht angesagt: Derzeit sind beide Radwege auf der Praterstraße wegen Bauarbeiten gesperrt.
➤ Der Radverkehr stadtauswärts wird aktuell von der Aspernbrücke über die Untere Donaustraße und Franzensbrückenstraße bis Praterstern umgeleitet.
➤ Der stadteinwärts führende Radweg wird von Praterstern über Heinestraße, Zirkusgasse, Komödiengasse und Große Mohrengasse umgeleitet.
➤ Beide Radwegumleitungen können in beide Richtungen genutzt werden.
➤ Ende des Jahres soll der Zweirichtungsradweg in Praterstraße und Aspernbrückengasse fertiggestellt und befahrbar sein, heißt es von der Stadt.
So manchem ist das zu weit, wie ein Lokalaugenschein zeigt. Ausgewichen wird auf die Straße oder teilweise gar nicht. Manche sehen das Fahrverbotsschild eher als Empfehlung, an die man sich halten kann, aber nicht muss, und fahren einfach auf dem eigentlich gesperrten Radweg weiter. Besonders gewiefte Pedalritter pfeifen sich gar nichts und fahren einfach am Gehsteig weiter. Erlaubt ist das freilich nicht.