Sensation in der Nations League! Das ÖFB-Team fertigt Kroatien in Osijek am Freitagabend mit 3:0 ab und übernimmt in der Nations-League-Gruppe 1A somit nach Spieltag 1 die Führung, weil Dänemark im Parallelspiel Frankreich mit 2:1 besiegt.
Österreich begeistert im ersten Spiel unter der Leitung seines neuen Teamchefs Ralf Rangnick. Der ehemalige Manchester-United-Chefcoach übernahm für den nach dem gescheiterten WM-Play-off entlassenen Franco Foda. Zum Debüt überzeugten Marko Arnautovic und Co. mit aggressivem Pressing, Lauffreudigkeit und der nötigen Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.
Rangnick über den ersten Auftritt seines Teams: "Die erste halbe Stunde hat uns überhaupt nicht gefallen. Danach sah das nach Fußball aus. Wir haben gezeigt, was in der Mannschaft steckt."
Kroatien kontrolliert zunächst das Spiel. Österreich bekommt keinen Zugriff. Das ändert sich erst nach der vom Teamchef angesprochenen halben Stunde und einer Systemänderung von 3-5-2 auf 4-2-2-2. Dann schlägt Arnautovic zum 1:0 zu (41.). Michael Gregoritsch (52.) und Marcel Sabitzer (57.) machen die Sensation nach dem Seitenwechsel perfekt.
Rangnick: "Wir waren nicht nur gegen den Ball besser. Wir hatten auch Phasen, in denen sich die Kroaten schwer taten, uns den Ball wegzunehmen. Aufgrund der großen Zahl an guten Innenverteidiger und zentrale Mittelfeldspieler war es logisch, mit einem 3-5-2 zu starten. Aber die Umstellung auf 4-2-2-2, damit haben wir uns einfach leichter getan. Auch, weil Sabitzer und Laimer das System und die Rolle ja auch schon kennen."
Woher sie es kennen? Aus der vielzitierten Red-Bull-Schule. Rangnick gilt als das Mastermind des Erfolges beider Red-Bull-Klubs aus Salzburg und Leipzig. Dort etablierte er die Handschrift der Mateschitz-Klubs: Aggressives Pressing, oft im 4-2-2-2, auch wenn beide Klubs in den letzten Jahren in Sachen System immer flexibler agieren. Rangnick weiter: "Die Kroaten haben selber im 4-2-3-1 gespielt, da haben wir uns einfach schwer getan, auch im Mittelfeld nie so richtig Zugriff bekommen. Das wurde erst besser, als wir sie auch hoch attackieren konnten."
Der Sieg war nicht nur ein taktischer Erfolg. Der Deutsche lobt auch den Zusammenhalt seines Teams: "So muss das sein im modernen Fußball: Alle Spieler müssen mitmachen im aktiven Verteidigen. Dass wir die eine oder andere Waffe im Spiel nach vorne haben, hat man gesehen. Wir haben eine richtig gute Truppe. Ich hätte gerne noch den einen oder anderen mehr eingewechselt. Es ist eine sehr ausgewogene Gruppe, in der kein Spieler abgefallen ist. Ich freue mich schon auf die nächsten Spiele, wenn ich auch andere einsetzen kann."
Aber, Rangnick warnt: "Es gibt noch keinen Grund für Euphorie!" Er kennt das harte Programm, das das ÖFB-Team in den kommenden Tagen vor sich hat ...
Der ÖFB hat vier Länderspiele in enger Taktung vor der Brust. Schon am Montag, drei Tage nach der Kroatien-Reise, trifft das ÖFB-Team daheim auf Dänemark. Am 10. Juni folgt das schwierige Heimspiel gegen Frankreich. Den Abschluss des Blocks bildet das Auswärtsspiel in Dänemark am 13. Juni.
Marko Arnautovic: "Jeder Spieler will zeigen, dass wir nach oben müssen und eine gute Mannschaft sind. Wir wissen, dass Kroatien eine überragende Mannschaft hat. Als wir das 1:0 gemacht haben, das war der Bruch. Wir haben unsere Chancen verwertet. Wir sind glücklich."
Maximilian Wöber: "Das tut sehr gut. Es war ein richtig guter Auftritt. Genau so stellt sich jeder in Österreich das Nationalteam vor. Dass wir mit den Besten der Welt mithalten können. Das haben wir heute gezeigt. Wir haben viel mit Dreier- und Fünferkette trainiert, haben aber von Anfang an gesagt, dass wir flexibel bleiben."
Wöber über seinen Assist zum 2:0: "Es macht natürlich Spaß, in die Offensive mitzukommen. Ich bin auch nicht nur Verteidiger. Das habe ich heute gezeigt."
Wöbers Kampfansage nach dem Auftaktsieg: "Es war eine richtig gute Partie. Daran wollen wir natürlich anknüpfen. Wenn wir so eine Leistung zeigen, brauchen wir uns vor niemandem verstecken."
Michael Gregoritsch: "Das ist sowieso die Aufgabe eines Stürmers. Wichtig ist, dass wir gewonnen haben."
Marcel Sabitzer: "Die ersten 20-30 Minuten haben wir uns schwer getan. Da war der Wurm drin. Wir haben dann auf Viererkette umgestellt. Das hat gut geklappt. Wir dürfen jetzt aber auch nicht alles gleich hochjubeln."