Rapid-Boss Bruckner: "Es gibt nichts schönzureden"

Rapid-Präsident Martin Bruckner
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Rapid Wien geht in eine kurze Winterpause. Präsident Martin Bruckner zieht im "Heute"-Interview Bilanz und spricht Klartext. 

„Heute“: Herr Bruckner, Rapid ist in der Liga Vierter, in Cup und Europa League ausgeschieden – wie lautet Ihre Herbst-Bilanz?

Martin Bruckner: "Wir sind sehr gut und erfolgreich in die Saison gestartet. Mit dem Erreichen der Europa-League-Gruppenphase haben wir frühzeitig ein wesentliches Saisonziel erreicht. All das trotz schmerzlicher Ausfälle aufgrund von Verletzungen sowie mit einem verjüngten Team und noch dazu unter erschwerten Rahmenbedingungen durch die Corona-Krise."

Neben all den Erfolgen: Das 2:6 in Salzburg war eine historische Pleite. Dazu das Aus in der Europa League gegen Molde. Wolfsberg etwa ist mit einem kleineren Budget als Rapid noch dabei.

"Natürlich, die letzten Partien mit bitteren Niederlagen schmerzen jeden Rapidler im Herzen, da gibt es nichts schönzureden. Das ist auch nicht unser Anspruch, denn wir wollen stets oben stehen. Dennoch verleiten solche Situationen leider allzu oft dazu, alles bisher Geleistete zu vergessen. Ich bin zuversichtlich, dass wir zu Jahresbeginn wieder voll durchstarten werden."

Bruckner: "Didi Kühbauer hat den letzten Meistertitel nicht relativiert"

Coach Didi Kühbauer sorgte zuletzt für Irritationen, weil er den letzten Rapid-Titel 2008 relativierte. Er meinte: Salzburg hat jetzt im Vergleich zu Rapid einen fünf Mal so hohen Marktwert – damals war es nur das Doppelte.

 "Didi Kühbauer hat den letzten Meistertitel nicht relativiert, sondern auf die Tatsache hingewiesen, dass sich in den letzten Jahren im Fußball enorm viel verändert hat. Es ist kein Geheimnis, dass Salzburg ein anderes Geschäftsmodell hat, das größere Sportbudget, den fünffachen Marktwert."

Unter Kühbauer wurde gegen Salzburg 2:7 und 2:6 verloren. 1:6 gegen die Austria, das Meister-Playoff verpasst, noch kein Titel geholt – steht einem amtierenden Rapid-Trainer da die Relativierung vergangener Erfolge überhaupt zu?

"Wie bereits gesagt, Didi Kühbauer hat keine Erfolge und schon gar nicht den Titel 2008 relativiert. Er hat auf die Veränderungen im Fußballgeschäft hingewiesen."

Der Vertrag von Kühbauer endet im Sommer 2021. Ist die Verlängerung fix?

 "Unter ihm wurden wir letzte Saison Vizemeister, haben uns für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert, einen guten Saisonstart hingelegt. Personalentscheidungen werden bei uns aber intern besprochen."

Autor: Klaus Pfeiffer

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