Vor der Saison wollte Rapid um Titel kämpfen, mittlerweile geht es nur noch um die Top 6 und das Verhindern der Abstiegs-Gruppe. Nach der 0:2-Derbypleite bei der Austria rutschten die Hütteldorfer in der Tabelle auf Rang sieben ab. Unter dem neuen Coach Hoff Thorup gibt es keine Fortschritte. Schlimmer noch: In einer Tabelle seit der Ablöse von Ex-Coach Peter Stöger ist der Rekordmeister mit zwei Punkten aus fünf Spielen blamabler Tabellenletzter (siehe unten).
"Man muss es so ehrlich sagen, aktuell ist Rapid von hinten bis vorne nicht bundesligatauglich", sagt Klub-Legende Kurt Garger in seinem Fußball-Podcast "Gelb-Rot". "Das war im Derby eine leblose Masse auf dem Feld. Nach dem Trainerwechsel hoffte man, dass es besser wird. Es wurde aber nichts besser, es blieb auch nichts gleich, es wurde noch schlechter.“
Die Zahlen geben dem Ex-Teamspieler recht: Hatte Rapid unter Stöger noch einen Punkteschnitt von 1,7, waren es unter Interimstrainer Stefan Kulovits 0,4 – unter Hoff Thorup sind es aktuell 0,3.
Für Garger, der mit Rapid vier Mal Meistern und fünf Mal Cupsieger war, zudem im Europacupfinale stand, ist an der Misere aber nicht Coach Hoff Thorup schuld. "Der kennt den Klub ja gar nicht, der kennt Qualität und Mentalität der Spieler nicht. Ich habe schon zu Jahresende gesagt , dass Rapid in dieser Situation keinen Neuaufbau braucht, sondern die Saison retten muss. Das geht nur mit einem Trainer, der Liga und Mannschaft kennt. In der Hauptverantwortung ist für mich daher Sportchef Markus Katzer, der so entschieden hat."
Gleich nach dem Derby rechnete mit Andi Herzog eine weitere Klub-Legende mit den Verlierern ab. "Bei Rapid spreche ich Woche für Woche diese Fehler an, dass sie in der Kette hinten die Gefahr noch nicht im Ansatz erkennen. Es ist langsam schon langweilig, dass immer wieder das Gleiche angesprochen wird. Ich weiß nicht, warum man das nicht beheben kann. Es liegt jetzt nicht am Trainer, aber ich muss den Spielern die Szenen zeigen und die müssen das erkennen, und wenn sie es nicht erkennen, dann können sie nicht bei Rapid spielen", sagt er bei "Sky". Aber nicht nur die Spieler, auch Coach Hoff Thorup zählt der 103-fache Teamspieler an. "Wenn eine Mannschaft ohnehin schon verunsichert ist, spielen bei Rapid jetzt Spieler auf Positionen, wo sie nicht hingehören."
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