Mit dem 1:0-Heimerfolg über Salzburg löste Rapid in der letzten Runde vor der Punkteteilung das Ticket für die Top 6. "Dieser Sieg ist sehr wichtig für den ganzen Klub", sagte Coach Hoff Thorup. Auch Kapitän Seidl war erleichtert. "Dieser Sieg kann uns einen Push geben. Aber von der Performance her müssen wir uns steigern", meinte er.
Das sieht auch Klub-Legende Andi Herzog so. Der Sky-Experte legte nach dem Spiel tief den Finger in die Rapid-Wunden.
"Das ist noch ein brutal weiter Weg, wenn man in die Top 3 kommen will. Das hat man heute auch wieder gesehen. Innenverteidiger schieben nicht raus, lassen die Gegenspieler drehen, dann wird der Ball durchgesteckt und sie rennen alleine aufs Tor. So wirst du in den Top 6 nicht viele Spiele gewinnen", poltert er.
Vor allem der spielerisch schwache Auftritt bereitet Herzog Sorgen. "Sie müssen nach vorne schon besser sein. Heute haben sie sich den Sieg erkämpft, aber spielerisch war das natürlich nix. Das war natürlich auch der nervlichen Extremsituation geschuldet. Jetzt sind die Top 6 geschafft, aber jetzt muss man in den nächsten Wochen schon eine spielerische Weiterentwicklung sehen."
Herzog weiter: "Von der menschlichen Seite her ist alles okay, sollen sie eine Stunde feiern. Dann muss man schon wieder knallhart die Fakten aufzeigen. Es waren heute schon vier, fünf Riesen-Möglichkeiten für Salzburg. Normal verlierst du das Spiel. Auch das Gegentor bei der Standardsituation. Da stehen die drei großen Innenverteidiger am Fünfer und dann kommt der kleine Konate und köpfelt dir den Ball rein. Natürlich ist da ein Quäntchen Glück dabei, dass die Situation abseits war. Aber: Man muss schon knallhart an den Dingen arbeiten, die die letzten Wochen nicht gut waren."
Zum Auftakt der Meisterrunde geht es für Rapid am Sonntag wieder gegen Salzburg – diesmal auswärts. "Wir werden jetzt einmal regenerieren und es genießen, dass wir es geschafft haben. Dann werden wir in der Meistergruppe noch einmal alles reinhauen", verspricht Flügelflitzer Nikolaus Wurmbrand.