Fussball

Rapid oder Sturm durch Banken-Pleite auch in 2. Liga?

Mattersburg droht nach der Banken-Pleite rund um Ex-Klub-Boss Martin Pucher der Zwangsabstieg. In diesem Falle könnten Rapid und Sturm profitieren.
Sebastian Klein
25.07.2020, 18:06

Der SV Matterburg gab am Freitag fristgerecht eine Erklärung bei der Bundesliga ab. Darin schreiben die Burgenländer, dass ein Sanierungsverfahren wohl unumgänglich sein werde, aber selbst dafür noch externe finanzielle Mittel fehlen. Viele Fragen bleiben offen. Vor allem jene, ob Mattersburg genügend Geld auftreiben kann, um kommende Saison in der Liga zu spielen. Im Falle eines Sanierungsverfahren würde der Klub übrigens mit einem Abzug von sechs Punkten in die Saison starten.

Ex-Präsident Martin Pucher hatte Mattersburg einst von der fünften in die höchste Spielklasse geführt. Jetzt hat er den Klub ins Chaos gestürzt, dann seinen Rücktritt verkündet. Vergangene Woche flog auf, dass Pucher mit seiner Commerzialbank Mattersburg Guthaben in Höhe von mehr als 400 Millionen Euro erfunden haben soll. Tausende Kunden bangen um ihr Erspartes. Dem SV Mattersburg fehlt plötzlich der Haupsponsor.

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Nicht nur das: Angeblich soll Pucher Kredite an Unternehmen vergeben haben, die später beim Fußballklub als Sponsorenzahlungen eingegangen seien. 

Aufstieg für Rapid oder Sturm?

Derzeit wirkt es unrealistisch, dass die Burgenländer in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen können. In diesem Fall würde die WSG Tirol doch nicht absteigen.

Doch wer würde den freien Platz in der 2. Liga auffüllen? Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer verrät im Gespräch mit "laola1.at", dass im Hintergrund Gespräche mit zwei möglichen Kandidaten laufen, die um eine Lizenz angesucht haben. Ebenbauer: "Dabei handelt es sich um die SK-Rapid-Amateure und die Sturm-Graz-Amateure."

Pikant: Welches der beiden Teams in diesem Fall aufsteigen dürfte, ist noch offen. Sturm führte zum Zeitpunkt des Corona-Abbruchs in der Regionalliga Mitte, Rapid war im Osten hinter Mannsdorf Zweiter. Ebenbauer: "Es ist die Zustimmung des ÖFB-Präsidiums und der beteiligten Landesverbände notwendig."

Mit den Young Violets spielt bereits das Amateurteam der Wiener Austria in der 2. Liga. Die OÖ Juniors (LASK) und der FC Liefering (Red Bull Salzburg) sind defacto ebenfalls Ausbildungsvereine von Bundesligisten.