Fussball

Rassismus nach Rot-Foul! Southampton ruft die Polizei

Am Dienstagabend flog der Schweizer Alexandre Jankewitz im Spiel gegen Manchester United vom Platz. Daraufhin wurde er rassistisch beleidigt.
20 Minuten
04.02.2021, 11:06

Am Dienstagabend stand der 19-jährige Schweizer Alexandre Jankewitz beim FC Southampton in der Premier League erstmals in der Startelf. Dies, nachdem er zuvor am Samstag sein Premier-League-Debüt gefeiert hatte. Der Gegner am Dienstag hieß Manchester United, die beiden Teams trafen im altehrwürdigen Old Trafford aufeinander – United gewann 9:0. Southampton und insbesondere der Schweizer U21-Nationalspieler Jankewitz hatten sicherlich viel vor, wollten das große United besiegen. Doch dazu kam es nicht. Jankewitz’ Arbeitstag dauerte gar nur 79 Sekunden! Er flog nach einem überharten Foul mit einer roten Karte vom Platz.

Als ob das nicht schon schlimm genug war, folgte nach dem Abpfiff am Mittwoch für den jungen Schweizer ein erneuter Albtraum. Auf den Social-Media-Kanälen veröffentlichten Nutzer Affen-Emojis und beleidigende Ausdrücke. Kurz: Jankewitz wurde auf Twitter und Instagram massiv rassistisch beleidigt.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Immerhin: Sein Klub, der FC Southampton, reagierte schnell und gab die entsprechenden Nachrichten an die Polizei weiter. "Missbrauch, in welcher Form auch immer, wird von Southampton niemals toleriert", schrieb der Verein in einem Statement. Und: "Die Verursacher sollten für immer aus dem Kreis der Fußball-Gemeinschaft ausgeschlossen werden." Der Verein sei stolz auf seine integrative Natur, heißt es weiter. "Fans, die sich als solch abscheuliche und archaische Standards halten, sind als Southampton-Fans oder anderswo im Fußball nicht willkommen."

Und auch die britische Regierung hat genug. Sie droht den Social-Media-Unternehmen nun mit harten Strafen. So lässt der Digital- und Kulturminister Oliver Dowden gegenüber BBC verlauten: "Wir sind bereit, härtere gesetzliche Maßnahmen zu ergreifen." Die Rede sei von hohen Geldstrafen, die sich auf "Milliarden von Pfund" belaufen könnten, falls Facebook und Co. den Missbrauch auf den eigenen Plattformen nicht in den Griff bekämen. "Wenn diese Firmen es versäumen, ihre eigenen Bedingungen durchzusetzen, ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen, dann werden wir sehr hohe Geldstrafen verhängen – in der Tat bis zu 10 Prozent des weltweiten Umsatzes", so Dowden.

Das Drohen mit harten Strafen ist verständlich, sind doch die rassistischen Beleidigungen gegenüber dem Schweizer Youngster nichts Neues. In den letzten Wochen sind immer wieder Fußballer beleidigt worden. Marcus Rashford, Anthony Martial (beide Manchester United), Reece James (Chelsea) oder Tyrone Mings (Aston Villa) beispielsweise.