Rassismus-Vorwürfe! Trump muss Wahlkampf verschieben

Heftige Kritik: US-Präsident Donald Trump muss seinen Wahlkampfauftakt nach der Corona-Auszeit verschieben.
Heftige Kritik: US-Präsident Donald Trump muss seinen Wahlkampfauftakt nach der Corona-Auszeit verschieben.(Bild: EPA)
US-Präsident Donald Trump (74) muss nach heftiger Kritik seinen Wahlkampfauftakt verschieben.

Eigentlich hätte Trumps erste Wahlkampfveranstaltung seit mehr als drei Monaten in Tulsa (Oklahoma) am kommenden Freitag stattfinden sollen. Jedoch wird am 19. Juni in den USA "Juneteenth", auch bekannt als "Freedom Day", gefeiert. An diesem Tag wird des Endes der Sklaverei gedacht.

Historisches Datum

Historiker wiesen den US-Präsidenten darauf hin, dass Tulsa am 1. Juni 1921 Schauplatz eines Massakers durch einen weißen Mob an der schwarzen Bevölkerung gewesen war. Es wird als schlimmster Zusammenstoß zwischen Weißen und Schwarzen in den USA nach dem Ende des Bürgerkriegs angesehen.

Angesichts dessen und vor dem Hintergrund der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd (†46) gab der US-Präsident jetzt klein bei - und verschob seinen Wahlkampfstart um einen Tag. Viele seiner "afroamerikanischen Freunde und Unterstützer" hätten vorgeschlagen, das Datum aus Respekt für "Juneteenth" zu ändern, twittert Trump. Mit der Verschiebung komme er dem nach.

Trump wies auch Gerüchte zurück, er habe das Datum und den Ort der Kundgebung bewusst gewählt. Die demokratische Senatorin Kamala Harris hatte Trump vorgeworfen, eine "Willkommensparty für Rechtsradikale" zu schmeissen. "Tulsa war der Schauplatz der schlimmsten rassistischen Gewalt in der amerikanischen Geschichte. Die Rede des Präsidenten dort an Juneteenth ist eine Botschaft an jeden schwarzen Amerikaner: mehr davon", so die demokratische Abgeordnete Val Demings.

Der Tod von George Floyd hat in den USA landesweite Proteste und eine Debatte über Rassismus und Polizeigewalt entfacht. Trump hat den Tod des Afroamerikaners mehrfach verurteilt und das Recht auf friedliche Demonstrationen betont - jedoch wird ihm vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und nicht genug Verständnis für den Zorn über Diskriminierung und Ungerechtigkeit im Land zu zeigen. Zuletzt hat der 74-Jährige die umstrittene Würgegriffmethode der Polizei in Ausnahmesituationen verteidigt.

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