Strolz vor Feller! ÖSV-Doppelsieg in Adelboden

Johannes Strolz
Johannes StrolzGepa
Johannes Strolz feiert sensationell seinen ersten Weltcupsieg! Der Vorarlberger siegt im Adelboden-Slalom vor ÖSV-Kollege Manuel Feller.

Ski-Märchen in der Schweiz! Österreichs Johannes Strolz feiert am Sonntag im Slalom von Adelboden völlig überraschend den Tagessieg. Es ist nicht nur sein erster Triumph im Weltcup. Mit Platz zehn in einem Madonna-Slalom als bisher bestes Ergebnis war der 29-Jährige bisher auch dem Podium noch nicht nahe gekommen. Nun zündet er im zweiten Durchgang den Turbo und rast von Platz sieben aus auf das oberste Treppchen.

Der überglückliche Sieger strahlt mit Tränen in den Augen beim ersten Interview: "Ich tu mir ein bisschen schwer. Ich will eine Dankesrede machen, aber wenn ich da alle aufzähle, werden wir nicht mehr fertig. Danke aber vor allem an meine Familie, dass sie mich immer unterstützt haben. Es ist unglaublich. Jetzt habe ich endlich einmal zeigen können, was ich drauf habe. Genial."

Besonders schön: Strolz siegt vor seinem ÖSV-Kollgen Manuel Feller, der wie schon tags zuvor im Riesenslalom Zweiter wird. Dem Tiroler fehlen 0,17 Sekunden auf die Bestzeit. Feller: "Den Strolzi richtet sich die Ski selber her. Der ist derzeit nicht einmal im Kader. Das können sich wenige vorstellen, wie zach das ist. Er hätte Zweiter auch werden können ... nein, aber ein verdienter Sieger. Ich gratuliere!"

Linus Strasser aus Deutschland wird mit 0,29 Sekunden Rückstand Dritter.

Wermutstropfen: Feller teilte sich seine Halbzeitführung mit einem weiteren Österreicher: Fabio Gstrein fädelte in der Entscheidung ein.

Trainer über Sensationsmann

ÖSV-Slalomtrainer Marko Pfeifer: "Es war ein schwieriger Saisonstart. Man sieht: Das Niveau ist unglaublich hoch. Wir haben das Skifahren nicht verlernt. Das hat heute richtig Spaß gemacht, zuzuschauen."

Über den Sieger, der derzeit nicht einmal im ÖSV-Kader steht, sagt Pfeifer: "Er hatte so viel Pech. Es gönnt ihm ein jeder, mit ihm freut sich ganz Österreich. Wir stehen hinter den Jungs, auch wenn sie mal nicht mit dabei sind (im Kader, Anm.)."

Strolz selbst über seine schwere Zeit vor dem Karriere-Highlight: "Ich habe immer geglaubt, dass ich das Zeug dazu habe. Mit den vielen Rückschlägen überlegt man natürlich, aber irgendwo war das Gefühl, dass das noch nicht alles war. Vielleicht habe ich jetzt das Mittelmaß gefunden, zwischen Perfektion und laufen lassen."

Übrigens: Beim Namen Strolz klingelt es wahrscheinlich bei vielen. Hubert Strolz, Vater von Johannes, war unter anderem Olympiasieger in der Kombination in Calgary 1988.

Weinendes ÖSV-Auge

Gstrein über sein Aus nach der Halbzeitführung: "Oben habe ich gut angefangen, ein gutes Gefühl gehabt. Im Großen und Ganzen war ich zufrieden, ein Einfädler kann leider immer passieren. Lieber scheide ich als Führender aus als Zehnter oder 15. zu werden. Richtig lässig für Strolzi, der in Sölden sogar einmal eine Woche bei mir geschlafen hat, als er dort trainiert hat. War auch eine lustige Zeit."

Auch ÖSV-Star Marco Schwarz hat in Adelboden nichts zu lachen. Er war nach der Zielankunft sichtlich enttäuscht, schmiss seine Stöcke wutentbrannt in den Schnee. Im Interview zeigt er sich zerknirscht: "Ich bin nicht das gefahren, was ich drauf habe. Wenn es nicht läuft, geht es nicht so gut von der Hand. Ich kann mir von einem Durchgang nichts kaufen, da bin ich jetzt gefordert, das zu verbessern."

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