Welt

Rätsel um gestrandeten Pottwal

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:42

Vor der Nordsee-Insel Pellworm ist ein 15 Meter langer Pottwal auf einer Sandbank gestrandet. Das Jungtier dürfte sich "verschwommen" haben und verendete.



Mit Staunen und Fassungslosigkeit beobachten Spaziergänger den Wal-Kadaver im Hafen von Meldorf an der Nordsee. Der Kadaver des 15 Meter langen und 30 Tonnen schweren Meeressäugers wurde am Dienstag nach Meldorf geschleppt. Fischer hatten den etwa 25 Jahre alten Wal auf einer Sandbank etwa 1,5 Kilometer vor der Insel Pellworm entdeckt. Laut Experten war er bereits tot, als er dort angeschwemmt wurde.

Todesursache wird ermittelt
Am Forschungs- und Technologiezentrums Westküste (WTZ) in der Stadt Büsum soll nun die Todesursache festgestellt werden. "Der hat sich wahrscheinlich verschwommen", sagte der Walexperte der Nationalparkverwaltung, Thomas Borchardt, gegenüber der dpa. Im Winter ziehen Wale vom Eismeer vor Grönland Richtung Südatlantik; dabei kommt es immer wieder vor, dass sich Tiere in die Nordsee bzw. das Wattmeer verirren.

Lärm, Sonnenwind, Schadstoffe
Forscher haben gleich mehrere Gründe ausgemacht, warum sich die Riesen des Meeres trotz ihres Echolot-Systems nicht zurechtfinden. Zum einen können Sonnenwinde kurzfristig das Magnetfeld der Erde beeinträchtigen, was zu kurzfristigem Orientierungsverlust von Walen führen kann. Den gleichen Effekt kann vom Menschen verursachter Lärm erzeugen - etwa Schiffsverkehr oder Ölförderung. Auch Umweltgifte können das Gehör der Tiere schädigen.

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