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Rätsel um Verbleib von Diktatorsohn Saif

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:26

Nach dem Tod seines Vaters könnte Saif al-Islam als letzter der Diktatorensöhne noch am Leben sein. Einige Quellen berichten über eine Flucht in den Niger, andere über eine Festnahme. Saif verbrachte seine Studienzeit in Wien und hinterließ hierzulande viele Spuren. Heute.at bietet eine Übersicht über Saifs Österreich-Connections.

- könnte Saif al-Islam als letzter der Diktatorensöhne noch am Leben sein. Einige Quellen berichten über eine Flucht in den Niger, andere über eine Festnahme. Saif verbrachte seine Studienzeit in Wien und hinterließ hierzulande viele Spuren. Heute.at über Saifs Österreich-Connections.



Ist Saif gefasst? Unklarheit herrschte am Freitag über den Verbleib von Gaddafi-Sohn Saif al-Islam. Beim Angriff auf den Konvoi Gaddafis sei er am Donnerstag in die Wüste geflohen und entkommen, berichteten verschiedene arabische Medien. Nun meldet "Al Arabija", Saif sei bei Slintan gefasst worden. Der Übergangsrat werde demnächst Bilder seiner Verhaftung veröffentlichen. Auf Twitter macht zudem das Gerücht die Runde, Saif habe beim Angriff auf den Konvoi einen Arm verloren.





Saif al-Islam al-Gaddafi war im Westen einer der bekanntesten Söhne Gaddafis. Zuerst pflegte er das Image eines Junggesellen, danach wandelte er sich zum liberalen Staatsmann, um am Ende doch wieder die Politik seines Vaters zu vertreten. In Österreich studierte und lebte Saif und baute hier zahlreiche Connections auf.

 

Wilde Studienzeit in Wien: Seine ersten Erfahrungen mit Wien machte er bei seinem Wirtschaftstudium in Wien, das er Ende der Neunziger-Jahre begann. Im Wiener Nightlife trat Saif als Playboy auf, ließ sich gerne in arabischen Lokalen blicken und war den Frauen nicht abgeneigt.
Villa in Döbling: In der repräsentativen Villa in Döbling, die ein Nobel-Zahnarzt und Heurigen-Besitzer vermittelt hatte, verbrachte Saif schon seine Studienzeit. Am 12. April 2007 kam es dort zu einem mysteriösen Vorfall. Eine 22-jährige Ukrainerin und offenbar Bekannte von Saif kam dort zu Sturz - laut Ermittlungen war sie einen Baumstamm raufgeklettert, als ein Ast abbrach. Die Frau wurde schwer verletzt, überlebte aber.
Gaddafi-Millionen: Der Gaddafi-Clan hortete in Österreich Unsummen an Geld.    wurden während des Rebellen-Aufstandes in Libyen von der Nationalbank eingefroren. Das Vermögen hierzulande könnte noch größer sein und teilweise auch in Firmenbeteiligungen, Immobilien und Stiftungen liegen.
Waffengeschäfte: Der Gaddafi-Sohn war ein Waffennarr. Die Bundespolizeidirektion Wien , da sie Saif als "verlässlichen Menschen" eingestuft habe. Dieser erlaubt dem Besitzer lediglich prinzipiell, Waffen ein- oder ausführen. Zeugen wollen aber gesehen haben, dass Saif und seine Leibwächter immer Waffen bei sich trugen.
Gefälligkeiten am Flughafen: Da Gaddafi und seine Leibwächter gerne Waffen bei sich trugen, musste ein Schlupfloch am Flughafen Wien-Schwechat her. Wie der Grünen-Abgeordnete Peter Pilz enthüllte, soll die   worden sein .
Gute Beziehungen zu Haider: Saif war mit dem 2008 verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und damaligen FPÖ-Funktionären gut befreundet. Haider war bereits 1999 zum ersten Mal in Tripolis, weitere Besuche folgten. Vom Sohn des Tyrannen soll auch Geld an die FPÖ geflossen sein. Saif war bei Haiders Begräbnis unter den Trauergästen.
Saifs weiße Tiger: Wie auch sein Vater Muammar war auch Saifs Verhalten extravagat. Als er zum Studium nach Wien kam, bestand er darauf, dass seine weißen Tiger Freddo und Barny mitkommen. Nach diplomatischen Verwickelungen residierten die beiden Raubkatzen im Tiergarten Schönbrunn.
Wiener Opernball: Saif al-Gaddafi war für das Nachtleben Wiens gleichermaßen zu haben, wie für die klassischen Klänge des Wiener Opernballs, den er sogar gemeinsam mit Jörg Haider besuchte. Saif war bei der österreichischen Polit-Elite unter der Regierung Schüssels ein gern gesehern Gast beim Opernball.

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