Niederösterreich

Raub! Sandkastenkumpel wählten Juwelier per Google aus

Für einen äußerst brutalen Raub kurz vor Weihnachten 2021 mussten am Montag in Wr. Neustadt zwei Rumänen (42, 43) vor Gericht.
04.07.2022, 16:57

Für einen brutalen Überfall auf einen Juwelierin Wr. Neustadt mussten jetzt zwei Sandkastenfreunde (42, 43) aus Rumänien in Wiener Neustadt vor Gericht.

Opfer (56) gefesselt

Mit einem dritten, noch flüchtigen Täter, hatten die Angeklagten über Google den Juwelier in Wiener Neustadt ausgewählt, wollten eigentlich ins Geschäftslokal einbrechen, observierten den Laden, um die Safekombination herauszubekommen. Sogar ein Scheineinkauf eines Angeklagten wurde getätigt, aber an die Tresorkombination gelangten die Täter nicht.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Also verwarfen die Täter den Einbruchsplan und raubten den Juwelier am 19. Dezember 2021 aus. Mit Wollhauben maskiert stürmten die Kriminellen in den Laden, schlugen den Chef (56) zu Boden, schleiften das Opfer in den hinteren Tresorraum. Dort schlug das Trio erneut aufs Opfer ein, fesselte es mit Kabelbindern an Händen und Beinen.

Mit rund 800 Gramm Gold, Schmuck und Bargeld im Wert von rund 135.000 Euro flüchteten die Täter. Die Kripo Neustadt nahm die Ersterhebung vor, das Landeskriminalamt, Gruppe Raub, übernahm.

"Alter Bekannter" flüchtig

Durch internationale Ermittlungen konnten schließlich drei Rumänen (42, 42, 43) ausgeforscht werden. Der Hauptverdächtige (42) ist ein alter Bekannter, hat schon 16 Jahre Schmalz hinter sich. Er soll schon vor Jahren in Spanien einen Juwelier brutal ausgeraubt haben. Nicht zuletzt soll der 42-Jährige zwei aufsehenerregende Trafik-Einbruchsdiebstähle in Wien-Favoriten mittels Durchbruchs der Außenfassade im September und Oktober 2020 begangen haben. Nur: Der 42-Jährige ist nach wie vor flüchtig.

Die beiden Sandkastenfreunde (42, 43) konnten jedoch in Galati (Rumänien) festgenommen und im März und Mai nach Österreich überstellt werden - alles dazu hier.

Beide Angeklagten zeigten sich bei der Verhandlung inhaltlich voll geständig. Von der Beute fehlt jede Spur. Ein Rumäne gab vor Gericht an, mit der Beute seine Schulden beglichen zu haben.

Hohe Haftstrafen

Die Urteile (nicht rechtskräftig) am Montagnachmittag am Landesgericht Wiener Neustadt: 10,5 und 6,5 Jahre für die beiden Rumänen.