Die Liste der Anklagepunkte ist lang. Darunter: schwerer Raub, Nötigung und Erpressung, Diebstahl, Urkundenunterdrückung, Betrug und sexuelle Nötigung.
In der Zeit von Sommer 2018 bis Mitte Dezember 2019 war die sogenannte "Semmelweis-Bande" (benannt nach der Linzer Semmelweisstraße wo einige der Mitglieder gewohnt hatten) in Linz, Asten (Bez. Linz-Land) und anderen Orten im oberösterreichischen Zentralraum aktiv.
Die Jugendlichen - Burschen im Alter von 15 bis 17 Jahren - beraubten, erpressten, nötigten, bestahlen und betrogen laut Anklage andere. Als Kopf der Bande gilt ein damals 14-Jähriger, er soll dabei die durchwegs jungen Opfer ausgewählt, die Häufigkeit der Erpressungen bestimmt und die Hälfte der Beutegelder für sich behalten haben.
Die Bande umfasst mehr Mitglieder, sie werden aber abgesondert verfolgt, als die jetzt sieben Angeklagten. Die Beschuldigten sind teilweise umfassend geständig, andere wiederum wie etwa der Anführer gar nicht.
Auf die Spur kam man den mutmaßlichen Junior-Ganoven durch einen Zufall: Das Handy eines Opfers wurde bei Ermittlungen wegen Suchtgiftdelikten ausgewertet und dabei stieß man auf die Bande.
Den Jugendlichen drohen Haftstrafen bis zu siebeneinhalb Jahren, einem nur bis zu fünf Jahren. Die Anklageschrift umfasst 30 Seiten, es sind vier weitere Verhandlungstermine (29. Mai, 17., 22. und 30. Juni) anberaumt.