Welt

Rauchverbot im Gefängnis führte zu Krawallen

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:34

Kriegsgleiche Szenen spielten sich am Dienstag im Ravenhall-Gefängnis in Melbourne ab. Spezialeinheiten stürmten den Komplex mit Schrotflinten, Tränengas und Wasserwerfern, nachdem es einen Aufstand der Insassen gegeben hatte. Entzündet hatte sich die Wut an einem Rauchverbot, die Häftlinge übernahmen schließlich die Kontrolle über das Gefängnis.

Am 1. Juli hätte ein Rauchverbot im Gefängnis in Kraft treten sollen. Bereits im Vorfeld hatten zahlreiche Häftlinge mit Hungerstreik, aber auch mit Gewalt gedroht. 300 Häftlinge versammelten schließlich zu einem Protest im Gefängnishof, wo der Unmut schließlich in Gewalt umschlug. Rund 200 Gefängnis-Mitarbeiter mussten in Sicherheit gebracht werden.

Während Dutzende Polizeieinheiten den Komplex umstellten, waren zwei Explosionen zu hören und Rauch stieg von Teilen des Gefängnisses auf. Eine Gruppe Häftlinge konnte offenbar den Hauptkontrollraum des Gefängnisses einnehmen. Die Polizei stürmte schließlich den Komplex, setzte dabei Tränengas und Wasserwerfer ein. In dem Gefängnis sitzen viele Mitglieder von kriminellen Biker-Gangs und Terror-Verdächtige ein.

Detail am Rande: bereits vor zehn Jahren hätte ein Rauchverbot in dem Gefängnis umgesetzt werden sollen. Damals hielt das Verbot 30 Minuten, weil die Insassen ebenfalls gewalttätig wurden. Daraufhin zog die Gefängnis-Leitung die Entscheidung zurück. Nach Schätzungen der Behörden sind 80 Prozent der Gefängnis-Insassen des Landes Raucher.

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