Fussball

Real-Star Vinicius: "Meisterschaft gehört Rassisten"

Vinicius Junior wurde beim 0:1 in Valencia erneut von Fans rassistisch beleidigt. Der Star-Stürmer wehrte sich, verhöhnte die Anhänger. 
Martin Huber
22.05.2023, 14:53
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Bei der 0:1-Niederlage von Real Madrid bei Valencia kam es am Sonntagabend in der Primera Division zu einem Rassismus-Eklat rund um Superstar Vinicius junior. Der Brasilianer war von gegnerischen Fans im Estadio Mestalla mehrfach rassistisch beleidigt worden.

Die Folge war eine zehnminütige Unterbrechung. Der Stadionsprecher forderte die Fans auf, Respekt zu zeigen und rassistische Äußerungen zu unterlassen. Kurz vor Schluss ging es dann aber erneut rund: Vinicius Junior sah in der 17-minütigen Nachspielzeit nach mehreren Rudelbildungen die Rote Karte.

Den Ausschluss des Referees quittierte er mit höhnischem Applaus, den er beim Verlassen des Platzes dann auch den Fans entgegenbrachte. Der 22-Jährige drehte sich in alle Richtungen, zeigte dabei eine Zwei. Damit spielte er auf Valencias möglichen Zweitliga-Abstieg an.

Entschuldigen wollte er sich für diese Geste nicht. Als er darauf in den Katakomben beim Schreiben von Autogrammen von einem Reporter angesprochen wurde, meinte der brasilianische Star-Stürmer mehrmals: "Entschuldigen? Bist du dumm?"

Am Tag darauf erhob Vinicius in den sozialen Netzwerken schwere Vorwürfe gegen die spanische Fußball-Liga. "Es war weder das erste noch das zweite noch das dritte Mal. Rassismus ist in LaLiga normal. Die Konkurrenz hält es für normal, der Verband auch und die Gegner ermutigen es. Es tut mir leid. Die Meisterschaft, die einst Ronaldinho, Ronaldo, Cristiano und Messi gehörte, gehört heute den Rassisten", schrieb der Brasilianer.

Der 120-Millionen-Stürmer bezeichnete Spanien als "wunderschöne Nation", stellte dann aber klar: "Es tut mir leid für die Spanier, die anderer Meinung sind, aber heute gilt Spanien in Brasilien als Land der Rassisten. Und leider habe ich für alles, was jede Woche passiert, keine Verteidigung. Aber ich bin stark und werde bis zum Ende gegen Rassisten vorgehen."

Den Liga-Verantwortlichen warf Vinicius erneut vor, die Augen vor den bestehenden Problemen zu schließen.

LaLiga-Präsident Javier Tebas meinte dazu auf Twitter: "Bevor Sie LaLiga kritisieren und verleumden, müssen Sie sich richtig informieren. Lassen Sie sich nicht manipulieren und stellen Sie sicher, dass Sie die Kompetenzen des anderen und die Arbeit, die wir gemeinsam geleistet haben, verstehen."

Tebas kritisierte, dass der Stürmer zu keinem der vereinbarten Termine erschienen sei. Die Liga kündigte an, den Vorfall untersuchen zu wollen. "Sollte ein Hassverbrechen festgestellt werden, werden wir die entsprechenden rechtlichen Schritte einleiten", hieß es.

Real-Trainer Carlo Ancelotti stellte sich hinter seinen Spieler. "Es ist an der Zeit, mit dem Reden aufzuhören und energisch zu handeln. Rassismus hat weder im Fußball noch in der Gesellschaft einen Platz. Nein zu Rassismus." Wenn rassistische Gesänge im ganzen Stadion zu hören seien, müsse die Partie ganz einfach abgebrochen werden. "Ich würde genau das gleiche sagen, wenn wir das Spiel 3:0 gewonnen hätten", betonte Ancelotti.

Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen