Im Ringen um eine höhere Unterrichtsverpflichtung für Lehrer hat die Regierung am Mittwoch vom Rechnungshof (RH) Schützenhilfe bekommen: Durch eine Anhebung von derzeit 20 auf 22 Wochenstunden würde zwei Drittel der Kosten für Überstunden wegfallen, argumentieren die Prüfer.
hat die Regierung am Mittwoch vom Rechnungshof (RH) Schützenhilfe bekommen: Durch eine Anhebung von derzeit 20 auf 22 Wochenstunden würde zwei Drittel der Kosten für Überstunden wegfallen, argumentieren die Prüfer.
Der RH zeigt sich mit der Personalplanung des Unterrichtsministeriums unzufrieden: "Ein koordinierender Maßnahmenplan des BMUKK zur Deckung des Lehrerpersonalbedarfs fehlte weitgehend. Auch fehlten Maßnahmen, das bestehende Lehrerpersonal länger im Aktivstand zu behalten", wird in dem Bericht "Personalplanung im Bereich der Bundeslehrer" bemängelt.
Der Bericht belegt: Die Personalsituation bei den Bundeslehrern ist angespannt: In den vergangenen drei Schuljahren haben die Dauermehrdienstleistungen um 12 % zugenommen, auch die Überstunden pro Lehrer sind mehr geworden - im Schuljahr 2011/2012 entsprachen Überstunden der Arbeit von 5.200 Lehrern.
Drastischer Lehrermangel
Durch die anstehende Verschärfungen der Hacklerregelung (sic!) ist für das kommende Schuljahr mit einem weiteren Anstieg des Lehrermangels zu rechnen, warnt der RH: 3.088 Lehrer werden demnach benötigt. Neben dem Generationenwechsel - zwischen 2012/13 und 2025/26 müssen 19.677 Lehrer bzw. rund 55 Prozent der aktuellen Stellen nachbesetzt werden - verschärfen die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl und die Einführung der Neuen Mittelschule die ohnehin angespannte Personalsituation zusätzlich. Besonders betroffen vom Personalmangel seien die Fächer Englisch, Deutsch, Mathematik, Turnen und Informatik. Regional haben Wien, Nieder- und Oberösterreich den größten Bedarf.
Der RH empfiehlt:
Höhere Unterrichtsverpflichtung für Bundeslehrer (von 20 auf 22 Wochenstunden)
Forcierung eines neuen Dienstrechts
Informationskampagnen, um mehr Personen für den Lehrerberuf zu interessieren.
Motivation des bestehenden Lehrerpersonals, länger an den Schulen zu bleiben - dazu soll das Ressort auch für eine Änderung der Hacklerregelung für Bundeslehrer eintreten.
Verringerung der derzeit hohen Dropout-Rate bei der Ausbildung
Entlastung der Lehrer von administrativen, technischen und sozialen Tätigkeiten. Dafür wurden im Schuljahr 2011/2012 rund 2.500 Vollbeschäftigungsäquivalente vom Unterricht abgezogen - würden stattdessen Verwaltungsbedienstete eingesetzt, brächte das Einsparungen von rund 13 Mio. Euro pro Jahr.
Vermehrte Einsetzung von Kehramtsstudenten für die Tagesbetreuung