Eine FPÖ-Jugendorganisation und ein tendenziöses Medium attackieren im Internet zwei Redakteurinnen von "Vice" und dem "Standard".
Das empört auf Facebook und Twitter derzeit viele: Der Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) in der Steiermark stellte vergangene Woche eine Journalistin der Tageszeitung "Standard" an den Pranger. Begründung: Die Redakteurin habe mehrmals kritisch über FPÖ-Mitglieder berichtet.
Die Organisation veröffentlichte auf ihrer Facebook-Seite die Kontaktdaten der Frau und forderte auf, ihr "etwas zu sagen". Zahlreiche Nutzer interpretierten das als Anstiftung zum Mobbing und warfen der FP-Jugend den Versuch der Einschüchterung und mangelndes Demokratieverständnis vor.
Diese reagierte am Montag mit einer Stellungnahme, legte erneute Vorwürfe nach und bezog sich dabei auf den Nazi-Eklat um den FP-Spitzenkandidaten in Niederösterreich: Es sei eine "unzulässige journalistische Grenzüberschreitung [...], politische Mitarbeiter aufgrund einer Vereinsmitgliedschaft in Generalverdacht zu stellen und diese in eine Berichterstattung rund um den verbrecherischen Liedtext-Skandal einzubetten".
Der "Standard" will juristisch gegen den RFJ Steiermark vorgehen.
Rechtsaußen-Blatt greift Vice-Redakteurin an
Am selben Tag kam es zu einer weiteren Attacke einer Organisation auf eine Einzelperson: Das FPÖ-nahe Medium "Wochenblick", das seine Verbindungen zu den Freiheitlichen stets zu kaschieren versucht, schoss sich auf eine Mitarbeiterin von "Vice" ein. Die Journalistin, vom Blatt als "an sich fesche Feministin und Blondine" tituliert, drückte nach der Niederösterreich-Wahl ihren Frust über das Wahlergebnis der FPÖ (Verdoppelung der Mandate) auf Twitter mit der Bemerkung "Dieses Land sollte einfach nicht existieren" aus.
(Screenshot/Wochenblick)
Den Beitrag postet der "Wochenblick" auf Facebook, wo sich die Leserschaft nicht lange bitten ließ: "Solche Weiber gehören in die Küche und dort angebunden damit sie keinen Schaden anrichten", schrieb ein Nutzer, "Solche wie sie brauchen wir nicht setzt dir ein Kopftuch auf und gehe nach Arabien und komm nie wieder!" höhnte ein weiterer. (red)