Rechte wollen Kinderbuch-Lesung in Wien stören

Die Vienna Pride Parade ist die größte Demonstration Österreichs. Dieses Jahr werden Störaktionen erwartet.
Die Vienna Pride Parade ist die größte Demonstration Österreichs. Dieses Jahr werden Störaktionen erwartet.Dominik Steinmair
Unter kuriosen Vorwänden rufen Rechtsextreme und Impfgegner ihre Anhänger dazu auf, zahlreich bei einer Kinderbuch-Lesung zu erscheinen.

Mit 1. Juni startet die Vienna Pride. Bis 12. Juni gibt es mit Unterstützung der Stadt Wien zahlreiche Events rund um das Thema Gleichberechtigung, am 12. Juni findet mit der Pride Parade das große Finale statt. Denn: "Wien ist Regenbogenhauptstadt und eine Stadt der Vielfalt!", so Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr.

"Diese Vielfalt ist die entscheidende Basis für eine weltoffene Gesellschaft. Gemeinsam müssen wir den Weg noch weitergehen, bis die Akzeptanz und die Gleichstellung gänzlich im Alltag angekommen sind. Daher ist es wichtig, das Symbol des Regenbogens hoch zu tragen, um gegen Hass und Diskriminierung anzutreten und für Respekt und Vielfalt einzutreten", stellt Wiederkehr klar.

Kinderbücher aus dem 21. Jahrhundert

Eines dieser Events, das schon früh Vorurteilen und Diskriminierung entgegen treten will, findet am 3. Juni statt. "Am Freitagnachmittag ist Drag Queen Candy Licious in der Bücherei Mariahilf zu Gast. Speziell für die kleinen Gäste der Bücherei – und selbstverständlich alle interessierten Erwachsenen – taucht Candy in die farbenfrohe Welt von Kinderbüchern ein", heißt es auf der Website der Vienna Pride.

Diese Bücher drehen sich etwa um Julian, der sich entgegen der (noch) vorherrschenden Stereotype als Meerjungfrau verkleiden möchte oder um eine Hochzeit, auf der sich zwei Bräute das Ja-Wort geben. Genau das bringt selbsternannte Patrioten nun zur Weißglut.

"Zahlreich erscheinen"

Sie rufen via Telegram ihre Gefolgschaft nicht nur dazu auf, sich bei den Verantwortlichen und dem Veranstaltungsort zu beschweren, sondern wollen auch "zahlreich" vor Ort zu erscheinen, um "mögliche sexuelle Straftaten zu dokumentieren und kritische Fragen zu stellen". Rechte Szene-Größen wie Martin Sellner, Chef der Identitären oder Corona-Demo-Organisator Martin Rutter teilen den kuriosen Aufruf mit ihren zigtausenden Followern.

In nahestehenden Online-Blogs wird fleißig Werbung gemacht und von einem "Skandal" gesprochen, von "Geschlechtsidentitätsstörungen" und einer "gezielten Strategie, um Kinder mit linkem Gender-Gedankengut zu infiltrieren". 

Die Autonome Antifa Wien warnt auf ihrem Twitter-Account deswegen vor "Störaktionen und Angriffe gegen die jährlich stattfindende Pride und begleitende Veranstaltungen". Es müsse mit ähnlichen Aktionen gerechnet werden wie jene, die sich zuletzt gegen das Ute-Bock-Haus gerichtet hat.

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WienRechtsextremismus

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