Den Donauwalzer ins Neue Jahr tanzen, ein Gläschen Sekt und jede Menge Spaß – so stellt man sich die Silvesternacht traditionell vor. Seit jeher ebenfalls dazu gehören Feuerwerke. Dass so mancher Gebrauch von Pyrotechnik blutig endet, beweisen zahlreiche Vorfälle in den vergangenen Jahren.
Alleine in Niederösterreich mussten im letzten Jahrzehnt einige Tote beklagt werden. Besonders in Erinnerung bleibt hierbei die Böller-Tragödie zu Silvester 2022, als die Zündung einer illegalen Kugelbombe zwei Menschenleben forderte. Alles dazu hier:
Im Schnitt müssen jedes Jahr 210 Verletzte nach Böller-Unfällen im Spital behandelt werden. Meist trifft es Kinder und Jugendliche. Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) handelte es sich bei 15 Prozent der Betroffenen um Kinder bis zum Alter von 14 Jahren und bei 47 Prozent um Jugendliche bzw. junge Erwachsene im Alter von 15 bis 24 Jahren. Das KFV warnt nun neben den medizinischen auch vor rechtlichen Folgen.
"Wer schuldhaft handelt, dem drohen sogar Freiheitsstrafen", fasst KFV-Jurist Armin Kaltenegger zusammen. Er sah sich die Judikatur und Gerichtsprozesse zu dem Thema genauer an.
Abgesehen davon, dass es sich bei den Unfällen meist um den Gebrauch illegaler Pyrotechnik handelte, erweist sich die Haftungsfrage als essenziell.
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit verweist auf einen "Fall der jüngeren Rechtssprechung". Bei dem Prozess wurde jener Händler, der eine Kugelbombe an einen Minderjährigen verkauft hatte, wegen fahrlässiger Tötung zu 12 Monaten Haft, vier davon unbedingt, verurteilt (nicht rechtskräftig). Das Kind, das den pyrotechnischen Gegenstand gezündet hatte, erlitt schwere Kopfverletzungen, letztlich starb der Jugendliche. "Das Urteil ist zwar noch nicht rechtskräftig, stellt aber vermutlich auch so ein mahnendes Beispiel für andere Händler dar", so Kaltenegger.
Auch ein weiterer Prozess dürfte zu denken geben: Drei Personen wurden nach dem Import illegaler Pyrotechnik aus Tschechien wegen grob fahrlässiger Tötung zu acht bzw. zwölf Monaten bedingter Haft verurteilt, wie der KFV-Jurist erklärt.