Die Corona-Pandemie betrifft alle, auch die rechtsextreme Szene. So gibt es heuer das erste Mal seit 69 Jahren keinen rechtsextremen Aufmarsch in Bleiburg. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) hat einige Beobachtungen gesammelt, wie die Gesundheitskrise bei Rechtsextremen aufgenommen wird.
"Man ortet eine Renaissance volksgemeinschaftlicher Verbundenheit, einen Rollback vermeintlicher 'Dekadenzerscheinungen' in den Bereichen Geschlechterverhältnis und Sexualität und sieht sich in der eigenen Weltanschauung bestätigt", schreibt das DÖW. Nach Ansicht der Rechtsextremen zeige die Pandemie das Scheitern des "Globalismus" und lege eine Stärkung der Nationalstaaten nahe – Abschaffung des Schengen-Abkommens und des Asylrechts inklusive.
Verschwörungstheorien
Allgemein, schreibt das Dokumentationsarchiv, sei die Betrachtungsweise der Pandemie eher skeptisch. In rechtsextremen Medien werde die Sichtweise vertreten, die Darstellung von Corona sei überdramatisiert, teilweise mit den Aussagen vermeintlichen Experten "belegt", manchmal auch einfach mit Verschwörungstheorien über die "Urheberschaft" der Krise: "Über die Stoßrichtung – traditionell-antiamerikanisch/-antisemitisch oder modern-antichinesisch – herrscht dabei noch Uneinigkeit."
Angst vor der Zeit danach
Regierungen bemühen sich mit einer Vielzahl an Maßnahmen um die Eindämmung der Pandemie. Die rechte Szene wittere dahinter unzulässige Eingriffe in bürgerliche Freiheiten und fühle sich in seiner Ansicht, dass ein "neuer Totalitarismus" heranwächst, bestärkt. Und die Bekämpfung von Falschinformationen sei ohnehin Zensur und eine unzulässig Einschränkung von Meinungsfreiheit.
Und nach Bewältigung der Krise? Es werde befürchtet, "dass Letztere als Legitimation für allerlei drohendes Ungemach herangezogen werden solle – von einer dauerhaft verschärften Zensur und Überwachung bis hin zur Abschaffung des Bargelds."
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