Regenbogen-Fahne angezündet – Spur führt zu Impfgegnern

Die Regenbogenfahne war gerade erst gehisst worden (Symbolbild einer anderen Universität)
Die Regenbogenfahne war gerade erst gehisst worden (Symbolbild einer anderen Universität)Getty Images/iStockphoto
In Leoben wurde eine gehisste Regenbogenfahne zerrissen. Daraufhin wurde versucht, sie in Brand zu stecken. Die Spuren führen ins Impfgegner-Milieu.

In der Zeit zwischen 2. und 4. Mai 2022 beschädigten Unbekannte die auf einem Fahnenmast der Montanuniversität Leoben (Steiermark) gehisste Regenbogenfahne. Dabei zerrissen die Unbekannten die Fahne und versuchten sie offenbar in Brand zu setzen.

Auf dem betroffenen Fahnenmasten stellten Polizisten einen Aufkleber einer Corona-Maßnahmen-kritischen Studenten-Initiative fest. Ob Mitglieder dieser Verbindung in Zusammenhang mit der Tat stehen, ist Gegenstand laufender Ermittlungen gegen bislang namentlich unbekannte Täter.

Hinweise zur Tat werden an die Polizeiinspektion Erzherzog Johann Straße Leoben unter der Telefonnummer 059133/6392 erbeten.

Fahne gerade erst gehisst

Die Regenbogenfahne war erst vergangenen Montag (2. Mai 2022) als Zeichen der Toleranz am Universitätsgelände gehisst worden. Die gegenständliche Straftat (Sachbeschädigung) dürfte somit unter dem Begriff der "vorurteilsmotivierten Straftaten" bzw. die sogenannte "Hasskriminalität" (Hate Crimes) zu subsumieren sein.

Dabei handelt es sich um gerichtlich strafbare Handlungen, die aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit des Opfers oder des Tatobjektes zu einer Gruppe, die die Täter ablehnen, vorsätzlich begangen werden. Neben vielen anderen Motiven zählt auch die "sexuelle Orientierung" zu einem der geschützten Identitätsmerkmale.

Seit geraumer Zeit legt die Polizei in ihrer Aus- und Weiterbildung ein besonderes Augenmerk auf diese Thematik. Zudem werden derartige Delikte seit dem Vorjahr auch in der jährlichen Kriminalstatistik ausgewiesen. Demnach gab es 2021 in der Steiermark insgesamt 622 solcher Straftaten. In 32 Fällen war das Vorurteilsmotiv auf die "sexuelle Orientierung" zurückzuführen.

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