Regenbogen-Flagge auf Gipfelkreuz gemalt, nun Shitstorm

Unbekannte bemalten das Gipfelkreuz am Kleinen Sonnstein in Regenbogenfarben.
Unbekannte bemalten das Gipfelkreuz am Kleinen Sonnstein in Regenbogenfarben.privat
Mit bunten Farben wurde das Gipfelkreuz am Kleinen Sonnstein in Traunkirchen bemalt – zum Ärger der User im Netz.

"Mich ärgert es auch voi!" und "Sehr unpassend! Unglaublich", kommentieren zwei User auf Facebook unter dem geposteten Foto mit dem beschmierten Gipfelkreuz. Die Empörung über das bemalte Kreuz am Kleinen Sonnstein in Traunkirchen (Bez. Gmunden) ist groß. 

Bereits am 23. September haben Unbekannte das Kreuz unter der Jesus-Figur auf 923 Meter Seehöhe in den Farben des Regenbogens bemalt. Die Regenbogen-Flagge steht eigentlich für Toleranz und Akzeptanz der Vielfalt von Lebensformen. 

"Heute" hat eine Bergsportlerin erreicht, die das Foto auf ihrem Profil gepostet bzw. geteilt hat. Sie sei leidenschaftliche Berggeherin und vier bis fünf Mal pro Woche am Berg.

Ihr sei es wichtig, zu betonen, dass man nichts gegen Inklusion oder Toleranz habe, sondern dass man ein Gipfelkreuz nicht beschmiere  – "egal in welchen Farben, egal mit welcher Bedeutung", so Elisabeth Gruber.

Polizei sucht Beschmierer wegen Sachbeschädigung

"Viele Kommentare gingen dann dahingehend, dass man intolerant sei und es sei ja nicht so schlimm. Das bisschen Farbe und das Kreuz sähen so viel schöner aus. Auch gingen Diskussionen los, dass 'Jesus am Kreuz' auch nicht passend am Berg sei", so Gruber.

Es handle sich um fremdes Eigentum und der "Massentourismus" in den Bergen führe genau zu solchen Aktionen. "Jemand, der gerne und regelmäßig am Berg geht, um Ruhe und Erholung zu finden, dem würde so eine Aktion nicht einfallen."

Die Polizei sucht mittlerweile wegen Sachbeschädigung nach den Tätern. Die Polizeiinspektion Gmunden (059133/4100) oder Polizeiinspektion Altmünster (059133/4101) bitten um sachdienliche Hinweise.

Auf Sachbeschädigung gibt es eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe von bis zu 360 Tagessätzen.

Was am Gipfelkreuz verpönt ist

Darf man eigentlich seinen Apfelputz am Berg wegwerfen? Und was mach ich dann mit der fertiggerauchten Tschick? Der Berg-Knigge des Magazins "Bergwelten" hat dem Österreichischen Alpenverein genau diese Fragen gestellt. 

Die Antwort: Die unsachgemäße Entsorgung von Müll – und dazu gehören auch Obst- und Lebensmittelreste – ist strafbar. Daher Reste der Jause, Taschentücher oder sonstigen Müll in den Rucksack packen und am besten wieder mit ins Tal nehmen. Für die Tschick gilt: unabhängig von der Seehöhe haben auch diese in der Natur nichts zu suchen. 

Unachtsam weggeworfene Zigaretten können im schlimmsten Fall zu Bränden führen und Schadenersatz-Ansprüchen sowie eine Verurteilung mit Geld- oder Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

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