Österreich verfüge bereits über ein sehr gutes Gesundheitssystem, anbetracht der derzeitigen Lage soll es aber noch weiter ausgebaut werden. Das erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am heutigen Mittwoch im Rahmen der Nationalratsdebatte um das Gesundheitsbudget 2021.
Er zeigte sich im Hohen Haus sehr zuversichtlich, dass bei den Gesprächen über die coronabedingten Finanzierungslücken bei der Österreichischen Gesundheitskasse und den Krankenanstalten bald ein gutes Ergebnis erreicht werde.
Der Haushaltsentwurf sieht im Gesundheitsbereich nämlich Auszahlungen von insgesamt 1,83 Milliarden Euro vor, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um beinahe 50 Prozent entspricht. Für den enormen Anstieg um fast 603 Millionen Euro sind vor allem Aufwendungen zur Bewältigung der Pandemie verantwortlich. Der Großteil davon entfällt auf Kosten für Tests, Screening-Programme und Gebühren für Ärzte.
Zusätzlich hat die Regierung für das nächste Jahr noch Auszahlungen für einen Corona-Impfstoff in der Höhe von 120 Millionen Euro und das Covid-19-Zweckzuschussgesetz (150 Millionen Euro) eingepreist. Damit sollen Ausgaben der Länder insbesondere für Schutzausrüstungen, die 1450-Hotline oder Ersatzstrukturen für Spitäler kompensiert werden.
Weitere Steigerungen ergeben sich durch die Einführung von Influenza-Impfprogrammen (+8,6 Millionen Euro) sowie zusätzliche Mittel für die AGES (+6 Millionen Euro). Der Beitrag des Bundes zur Krankenanstaltenfinanzierung soll hingegen infolge des geringeren Abgabenaufkommens aufgrund der Pandemie um 128,6 Millionen Euro sinken.
Laut Bundesfinanzrahmen wird aufgrund des Wegfalls der Mittel zur Bewältigung der Covid-19-Krise im Jahr 2022 mit einem Rückgang der Auszahlungen zunächst auf 1,23 Milliarden Euro gerechnet, danach soll es bis 2024 wieder zu einem Anstieg auf 1,26 Milliarden Euro kommen.