Regierung startet ihre Digitalisierungs-Offensive

Das Ministerduo Schramböck und Hofer will Österreich digitalisieren. Wie sie das bewerkstelligen wollen und was genau damit gemeint ist, lesen Sie hier.

Beim Kick-Off-Event von "Digital Austria" präsentierte ein türkis-blaue Ministerduo bestehend aus Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck ÖVP) und Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) erste Informationen rund um die Regierungsinitiative. "Digital Austria" soll eine Dachmarke werden, unter der Obhut in den kommenden Jahren zentrale Digitalisierungs-Vorhaben in den Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung umgesetzt werden sollen. Das ausgewiesene Ziel: Österreich soll zu den Top 10 der "Digital Nations" aufschließen.

Schramböck: "Digitalisierung betrifft alle Lebensbereiche"

Für viele bleibt aber vorerst die Frage: Was verbirgt sich hinter dem sperrigen und viel verwendeten Begriff Digitalisierung eigentlich, und wie betrifft dieses Phänomen auch mein Leben?

"Heute" fragte Ministerin Schramböck, was sie unter dem Begriff versteht: "Digitalisierung bedeutet neue Technologien so zu verwenden, dass dadurch mein eigenes Leben leichter wird. Das bedeutet, dass ich einfacher lernen kann, dass ich mich beim Thema Gesundheit leichter bewegen kann und dass ich einen Nutzen habe in den unterschiedlichsten Lebensbereichen, auch bei der Arbeit." Außerdem helfe die Digitalisierung dabei, dass alle Menschen, egal ob sie am Land in der Stadt leben würden, von den gleichen Chancen profitieren könnten, so die Ministerin.

Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der zum Zeitpunkt der Kick-Off-Veranstaltung gerade auf dem Weg ins Oval-Office zu seinem Besuch bei US-Präsident Trump war, erklärte via Videobotschaft, warum gerade Österreich es sich nicht leisten kann, diese digitale Revolution zu verschlafen: "Gerade als kleines, exportorientiertes Land ist es für uns besonders wichtig, international als Innovation-Leader wahrgenommen zu werden."

Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung

Konkret plant die Regierung nun mehrere Maßnahmen zur Umsetzung dieses ehrgeizigen Vorhabens. Einerseits wurde mit der Digitalisierungsagentur (DIA) jetzt erstmals eine zentrale Anlaufstelle für alle österreichischen Unternehmen geschaffen, die vom Digitalisierungstrend profitieren möchten. Andererseits sind große Investitionen in bestimmten Infrastruktur-Bereichen geplant. Allen voran beim Internet will Verkehrsminister Hofer investieren: Bis 2025 soll in Österreich flächendeckend der schnelle Mobilfunkstandard 5G verfügbar sein. Um das zu gewährleisten plant der Verkehrsminister Investitionen in Milliardenhöhe, betont aber gleichzeitig, dass die öffentliche Hand nicht den kompletten Ausbau finanzieren werde.

Noch fehlt das Know-How zur "Digital-Nation"

Das österreichische Unternehmen an den Möglichkeiten der Digitalisierung höchst interessiert sind, war beim Event nur schwer zu übersehen. "Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen steht der Digitalisierung grundsätzlich positiv gegenüber, sie begreifen diese in erster Linie als Chance. 9 von 10 kleinen und mittleren heimischen Unternehmen sehen aber einen hohen Schulungsbedarf bei digitalen Themen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrem Unternehmen. Selbst bei großen Unternehmen scheitern Digitalisierungsvorhaben zumeist an mangelndem Know-How", erklärt Ministerin Schramböck.

Aber auch hier soll die neue Digitalisierungs-Agentur mithilfe von Beratungen und Schulungsangeboten Abhilfe schaffen. Als erster Schritt ist ein „Digitalisierungs-Selbst-Check für Unternehmen" geplant, mit dem Firmen die Digital-Kompetenzen ihrer Mitarbeiter einordnen können. Als weiterführende Maßnahmen sollen außerdem Coaching-Programme und und Unterstützungsleistungen der Agentur die Firmen bei ihrem Umstieg ins digitale Zeitalter unterstützen.

(mat)

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