Mammutprozess beginnt

Reichsbürger müssen jetzt über Umsturzpläne sprechen

Der erste Prozesstag gegen die mutmaßlichen Mitglieder des Reichsbürgernetzwerkes startete heute in Stuttgart.

Lukas Leitner
Reichsbürger müssen jetzt über Umsturzpläne sprechen
Die Reichsbürger (Maximilian Eder; rechts) stehen jetzt vor Gericht. Auch die ehemalige AfD-Bundestagsabgeordnete Birgit Malsack-Winkemann (links) wird sich verantworten müssen.
APA-Picturedesk; Collage

Im Oberlandesgericht in Stuttgart hat am Montag der erste Prozess gegen die mutmaßlichen Mitglieder des Reichsbürgernetzwerks rund um Heinrich XIII. Prinz Reuß begonnen. Diese planten einen Umsturz in Deutschland und wollten damit die demokratische Staatsform gewaltsam durch ihre eigene ersetzen.

Hier ein Video zum Prozess

Gegen Ende des Jahres 2022 konnte das Netzwerk der Gruppe in Thüringen und Berlin zerschlagen werden. Jetzt wird den meisten Angeklagten vorgeworfen, Mitglied einer terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens vorgeworfen. Bei einem der Angeklagten kommen auch noch Vorwürfe des versuchten Mordes obendrauf. Dieser soll bei einer Untersuchung auf Polizisten geschossen haben.

Anhänger vieler Verschwörungstheorien

Für den Umsturz hatten die Reichsbürger bereits mehrere "Heimatkompanien" aufgestellt und hunderte Waffen zusammengetragen. Damit wollten sie an einem bestimmten "Tag X" ihren Putsch vollziehen, gemeinsam mit einer geheimen internationalen Allianz, die Deutschland befreien möchte – diese existiert jedoch nicht.

Die Reichsbürger sind Anhänger verschiedenster Verschwörungstheorien. So glauben Sie zum Beispiel, dass Deutschland von Mitgliedern eines sogenannten "Deep States" (Tiefen Staates) angeführt wird.

Drei weitere Prozesstage

Die neun angeklagten Männer, die sich jetzt vor Gericht verantworten müssen, gelten als der militärische Arm der Gruppe. Zu den Mitangeklagten zählt auch die ehemalige AfD- Bundestagsabgeordnete und Richterin Birgit Malsack-Winkemann. Ihr soll zusammen mit unter anderem Reuß ab dem 24. Mai in Frankfurt der Prozess gemacht werden. Ein dritter Prozess wird dann im Juni in München beginnen.

Die Bilder des Tages

1/61
Gehe zur Galerie
    <strong>24.07.2024: "Die Pandemie der Ungeimpften war ein Fehler".</strong> Protokolle des Robert-Koch-Instituts (RKI) sorgten vor Wochen für Aufregung. Nun gibt es sie auch ungeschwärzt. <a data-li-document-ref="120049492" href="https://www.heute.at/s/die-pandemie-der-ungeimpften-war-ein-fehler-120049492">Ein Experte schätzt die Brisanz ein &gt;&gt;&gt;</a>
    24.07.2024: "Die Pandemie der Ungeimpften war ein Fehler". Protokolle des Robert-Koch-Instituts (RKI) sorgten vor Wochen für Aufregung. Nun gibt es sie auch ungeschwärzt. Ein Experte schätzt die Brisanz ein >>>
    Screenshot ORF

    Auf den Punkt gebracht

    • Der erste Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder des Reichsbürgernetzwerks, die einen Umsturz in Deutschland planten, hat am Oberlandesgericht in Stuttgart begonnen
    • Das Netzwerk wurde Ende 2022 in Thüringen und Berlin zerschlagen, und den Angeklagten wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens vorgeworfen
    • Anhänger verschiedener Verschwörungstheorien hatten bereits "Heimatkompanien" aufgestellt und Waffen gesammelt, um ihren Putsch an einem bestimmten "Tag X" durchzuführen
    LL
    Akt.