Streit mit seinen Kindern

Reinhold Messner packt aus: "Ich wurde entsorgt"

Im Ö3-Interview wird der Extrembergsteiger sehr persönlich und spricht offen über Streit, Enttäuschung und seine Familie.
Heute Entertainment
13.05.2026, 15:24
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Reinhold Messner spricht selten so offen wie diesmal. Gemeinsam mit Ehefrau Diane ist der Extrembergsteiger bei Ö3-"Frühstück bei mir" zu Gast und erzählt nicht nur von Liebe und Zusammenhalt, sondern auch von schmerzhaften Konflikten mit seinen Kindern.

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Der 81-jährige Südtiroler gilt als einer der bedeutendsten Alpinisten der Welt. Alle 14 Achttausender hat er ohne künstlichen Sauerstoff bestiegen, bis heute verarbeitet er seine Erfahrungen in Büchern, Filmen und Vorträgen. "Diese Momente zwischen Leben und Tod sind das, was uns Extrembergsteigern immer bleibt", so im Gespräch mit Claudia Stöckl.

Dass er sein umfangreiches Arbeitspensum noch immer bewältigt, verdanke er vor allem seiner Frau Diane. "Ohne sie bin ich schachmatt", meint er. Sie kümmere sich um Organisation, Internet und Termine. "Ohne sie säße ich in Südtirol, unterm Ortler, und würde auf die Eisflächen schauen."

Auch Diane Messner spricht liebevoll über ihren Mann: "Er war derjenige, der die Spur getreten hat, und jetzt trete ich sie für ihn. Weil ich ihn liebe."

Kennengelernt hat sich das Paar 2018 nach einem Auftritt Messners. Die heute 46-jährige Luxemburgerin spricht dabei ungewöhnlich offen über den Beginn ihrer Beziehung. Auf die Frage, ob sie sich auch in einen unbekannten Reinhold Messner verliebt hätte, antwortet sie ehrlich: "Wenn Reinhold der Hausmeister auf Schloss Juval gewesen wäre, hätte ich mich nicht in ihn verliebt, das sage ich ganz offen."

Einfach sei die Beziehung anfangs allerdings nicht gewesen. "Es ist ihm sehr schwergefallen, seine Gefühle auszudrücken", erzählt sie.

Mittlerweile zeigt sich der ehemalige Extrembergsteiger deutlich offener. Auf seinem Instagram-Account mit hunderttausenden Followern finden sich regelmäßig Liebeserklärungen an seine Frau. Verantwortlich dafür ist allerdings Diane selbst, die den Account betreut. Dort zitiere sie "Sätze, die mein Mann mir mittlerweile dauernd sagt."

Messner erklärt seine frühere Zurückhaltung mit seiner Herkunft. "In diesen Alpentälern, wo ich aufgewachsen bin, wurde das 'Sich mögen' nicht auf dem Dorfplatz ausgetragen. Ich bin in einer mittelalterlichen Welt groß geworden."

Besonders emotional wird es, wenn der Bergsteiger über den Streit mit seinen vier Kindern spricht. Er bereue heute, sein Erbe bereits zu Lebzeiten verteilt zu haben. "Ich war so naiv, dass ich gedacht habe, ich gebe mit warmen Händen", sagt Messner.

Die Folgen würden ihn bis heute schmerzen. "Sobald sie alles hatten, kam sofort der Versuch, mich auszugrenzen und Diane auszugrenzen." Besonders hart treffe ihn, dass ihm mittlerweile sogar der Zugang zu seinem eigenen Museum verweigert werde. "Es schmerzt mich, dass sie mein Lebenswerk nehmen und sagen: 'Der Alte ist eh zu nichts mehr fähig'", so Messner. "Ich wurde entsorgt."

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