Reise in den Tod – Kälber aus Österreich im Libanon

Nichts mit Bauernhof-Idylle! Tierschützer decken auf wie und warum österreichische Milch-Kälber beim Schlachter im Libanon landen.

Geboren in Österreich, geschlachtet im Libanon. Heimlich gefilmte Aufnahmen geben schockierende Einblicke in die Österreichische Milchindustrie sowie heimische Tiertransport-Praktiken. Tierschützern ist es gelungen den unglaublichen Leidensweg von drei österreichischen Kälbern nachzuverfolgen und zu filmen. Und zwar von ihrer Geburt in Österreich über den Transport nach Spanien, bis zur zweiwöchigen Schiffsfahrt in ein Schlachthaus im Libanon, wo die Jungtiere bei vollem Bewusstsein getötet werden.

„Die Tiere leiden Höllenqualen. Immer wieder haben Tierschutzorganisationen und auch Tierärzte dokumentiert, dass Transporte gegen die ohnehin viel zu lasche Gesetzgebung verstoßen. Passiert ist dennoch überhaupt nichts!"

, Eva Rosenberg von Vier Pfoten.

"Bei Schiffstransporten gibt Österreich die Verantwortung für den Schutz der Tiere an der Laderampe ab", kritisiert auch der VGT. Ab diesem Zeitpunkt verliere sich normalerweise die Spur der Tiere.

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Was mit Kälbern passiert ist seit Jahren bekannt

Die Tierschutzorganisation "Animal International" veröffentlichte Undercover-Aufnahmen aus einem Schlachthaus im Libanon. Tierschützer des VGT (Verein gegen Tierfabriken) entdeckten auf den Videos drei österreichische Rinder. Anhand ihrer Ohrmarken konnten die Aktivisten die Tiere bis zu ihren Geburtsorten (Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg) zurückverfolgen. Doch wie und warum landeten die Jungtiere im Libanon?

Wie die heimlich gefilmten Aufnahmen zeigen, wurden die drei jungen Rinder rund 7500 Kilometer, ohne ordentliche Versorgung, quer durch Europa und darüber hinaus transportiert. Am Ende ihres kurzen Lebens wartet in einem Schlachthaus im Libanon ein grausamer Tod bei vollem Bewusstsein auf die Tiere. In Österreich und der EU wären die gefilmten Praktiken verboten.

„Wir dokumentieren seit vielen Jahren die Transporte von Milchkälbern aus Österreich ins Ausland und haben die Politik immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Tiere schlussendlich auf grausame Art und Weise in Ländern außerhalb der EU geschlachtet werden"

, schildert Tobias Giesinger, Kampagnenleiter beim VGT.

Von Kälber-Sammelstelle bei Salzburg mit dem Schiff nach Spanien

Die erste Station im Leben der Kälber, nachdem man sie kurz nach der Geburt ihren Müttern weggenommen hatte, war eine Sammelstelle in Bergheim bei Salzburg. Im Alter von erst zwei bis vier Wochen wurden (im Dezember 2018) die nicht entwöhnten Kälber gemeinsam mit Jungtieren aus ganz Österreich nach Spanien verschifft. Ohne Nahrung.

Über 21 Stunden sind die Kälber unversorgt auf dem Schiff, "weil es keine geeigneten Tränksysteme auf den Transportern gibt.",erklärt der VGT. Laut den Tierschützern sollen in Bergheim bei Salzburg jede Woche Langstreckentransporte nicht entwöhnter Kälber aus ganz Österreich ihren Ursprung haben.

Endstation Libanon! Schlachtung bei vollem Bewusstsein

Viele der österreichischen Rinder bleiben nach der Mast nicht in Spanien sondern werden in Drittstaaten verschifft. Die drei österreichischen Rinder tauchen im August 2019 wieder in einem Schlachthof im Libanon auf. Zwei Wochen verbrachten die Tiere auf dem Schiff. Sowohl der Transport als auch die bevorstehende Schlachtung liegt weit unter EU-Mindeststandards.

Auf die Tiere, die den Transport überleben, wartet im Schlachthaus ein grauenvoller Tod. Bei vollem Bewusstsein wird ihnen die Kehlen durchgeschnitten. Die Rinder leben noch während sie ausbluten. Aktuelle Aufnahmen der Organisation "Animals International" zeigen den minutenlangen Todeskampf der österreichischen Tiere.

„Unfassbares Leid wird diesen Tieren angetan. Damit sie nicht davonlaufen können, werden ihnen die Beinsehnen durchtrennt. Um sie handlungsunfähig zu machen, wird ihnen in die Augen gestochen..."

, so Gabriel Paun von Animals International.

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