Wie die auf der Wiener Ferienmesse präsentierte Studie "Ruefa Reisekompass" zeigt, wollen die Österreicher 2017 trotz erhöhter Terrorgefahr öfter verreisen und mehr Geld ausgeben als im Vorjahr. Allerdings hat das Thema Sicherheit große Auswirkungen auf die Auswahl des Reiseziels, wie etwa die fortgesetzte Talfahrt des türkischen Tourismus zeigt.
Wie die auf der Wiener Ferienmesse präsentierte Studie "Ruefa Reisekompass" zeigt, wollen die Österreicher 2017 trotz erhöhter Terrorgefahr öfter verreisen und mehr Geld ausgeben als im Vorjahr. Allerdings hat das Thema Sicherheit große Auswirkungen auf die Auswahl des Reiseziels, wie etwa die fortgesetzte Talfahrt des türkischen Tourismus zeigt.
93 Prozent der Österreicher und somit mehr als 2016 (90 Prozent) wollen 2017 verreisen. Die Hälfte der Österreicher will laut der vom Gallup-Institut durchgeführten Studie ein bis zwei Mal, ein Drittel sogar drei bis vier Mal verreisen.
Bei den Auslandsreisen in Europa liegen wie schon im Vorjahr Italien (44 Prozent), Kroatien (37 Prozent) und Deutschland (28 Prozent) an der Spitze der beliebtesten Länder. Dahinter folgen Spanien (17) sowie die Nachbarländer Ungarn, Tschechien und Slowakei (gemeinsam 16 Prozent), die sich vor Griechenland (13 Prozent) durchgesetzt haben. Die Türkei ist mit drei Prozent weit ins Hintertreffen (Platz 14) geraten.
Bei den Fernreisezielen sind die USA (21 Prozent) vor Thailand (11 Prozent) und den Malediven (9 Prozent) am populärsten.
Zwei Drittel wollen in Österreich urlauben
Heimaturlaub steht unverändert hoch im Kurs (68 Prozent). Als am gastfreundlichsten wurden die Steiermark und Kärnten eingestuft. Österreicher wünschen sich in Zukunft von Heimaturlaub "Stille" (51 Prozent), "Einfachheit" (43 Prozent) und "außergewöhnliche Hotelkonzepte" wie etwa Baumhäuser (31 Prozent).
Mehr Budget, auch dank Steuerreform
Rund die Hälfte der Österreicher schätzte ihre wirtschaftliche Situation als gut oder sehr gut ein. Etwa ein Drittel will mehr als 2.000 Euro in das Reisebudget (ohne Nebenkosten) investieren, 2016 waren es nur 19 Prozent. Naturgemäß haben besonders viele Senioren und Paare mit bereits erwachsenen Kindern (Empty Nesters) zu 39 Prozent bzw. 41 Prozent ein Budget über 2.000 Euro.
13 Prozent geben die Steuerreform als Grund für ihr höheres Urlaubsbudget an. 12 Prozent haben über 1.501 bis 2.000 Euro Budget, 15 Prozent zwischen 1.001 und 1.500 und jeder Fünfte zwischen 501 und 1.000 Euro zu Verfügung.
Ein Drittel will früher buchen
Jeder Dritte will heuer früher buchen, Fehler aus dem Vorjahr sollen nicht wiederholt werden. "Das hat auch damit zu tun, dass im Vorjahr viele Urlauber zu lange mit den Buchungen - etwa in der Türkei - zugewartet haben und später Alternativen wie Spanien und Kroatien nicht mehr verfügbar waren", erklärt Verkehrsbüro-Chefin Helga Freund.
Zwei Drittel wählen Destinationen nach Terrorgefahr aus
69 Prozent der Befragten geben an, dass Terror die Auswahl der Urlaubsdestination beeinflusst. 60 Prozent nennen die instabile politische Lage und 48 Prozent Flüchtlingsbewegungen als Auswahlkriterien. Die Türkei hat stark verloren, als sicher geltende Länder wie Italien, Spanien und Kroatien profitieren. "Bei Griechenland zeigt sich, dass die Flüchtlingsthematik, die im Vorjahr dort das Buchungsverhalten beeinflusste, heuer offenbar bewältigt ist", sagte Freund.
Jeder Zweite plant einen Städtetrip. Europaweit ist Berlin das beliebteste Ziel. Zwar wurde die Umfrage vor dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt durchgeführt, laut Ruefa gibt es weder einen Einbruch bei Buchungen noch Stornofälle. Bei den Fernreisezielen liegt New York vor San Francisco und Dubai, dahinter folgen Miami und Sydney.
Virtuelles Buchungserlebnis, später ist Digital Detox Devise
Hotels und Reiseanbieter greifen mittlerweile auf virtuelle Hilfsmittel wie VR-Brillen zurück, um Kunden so für das Angebot zu begeistern. 56 Prozent würden das Hotel vorab mit einer virtuellen Brille erkunden, 47 Prozent die Urlaubsdestination. Richtig überzeugt sind die Österreicher jedoch nicht. Schließlich wünscht sich fast jeder Dritte Digital Detox, das Ausklinken aus der digitalen Welt im Urlaub.