Neo-AK-Präsidentin Anderl will Kürzungen verhindern

Renate Anderl (Bildmitte rechts) und ihr Amtsvorgänger als Arbeiterkammerpräsident Rudolf Kaske (links).
Renate Anderl (Bildmitte rechts) und ihr Amtsvorgänger als Arbeiterkammerpräsident Rudolf Kaske (links).Bild: zVg
Die neue Präsidentin der Arbeiterkammer Renate Anderl gibt sich kampfbereit: Statt Kürzungen soll die AK künftig sogar mehr Leistungen anbieten.

Die kürzlich gewählte neue Präsidentin der Arbeiterkammer Renate Anderl (SPÖ) will die von der Regierung verlangten Kürzungen der AK-Mittel nicht einfach so hinnehmen. Ihr Gegenvorschlag: Anstatt Kürzungen bietet sie an, das Leistungsangebot der Arbeiterkammer zu erhöhen. In einem Interview mit der APA erklärte Anderl, dass dann die Regierung ja behaupten könne, damit zumindest indirekt eine Verbesserung der Situation der Arbeitnehmer erwirkt zu haben.

Regierung drohte indirekt mit Mittelkürzungen

Derzeit gehen 0,5% des Verdienstes von Arbeitern an die Kammer. Die türkis-blaue Regierung hatte in den vergangenen Monaten bei verschiedenen Gelegenheiten durchklingen lassen, dass man diese Zuwendung künftig deutlich senken würde, sofern die Arbeiterkammer nicht von sich aus bereits einer Reduktion des Mitgliederbeitrages zustimmen würde. Anderl sieht diesen Schritt allerdings überaus kritisch.

Laut der Neo-Ak-Präsidentin würde sich ein durchschnittlicher Arbeitnehmer aber lediglich 1,40 Euro durch die geplanten Kürzungen ersparen, der AK selbst würden dadurch aber Beiträge in Millionenhöhe abhanden kommen. Laut Anderl wäre im Falle derartiger Kürzungen nicht mehr gewährleistet, dass die Arbeiterkammer auch in Zukunft noch vergleichbare Leistungen wie momentan anbieten werde können.

Als Beispiel nannte sie die rund 2.000 täglich stattfindenden unentgeltlichen Beratungsgespräche, die von der Arbeiterkammer bereit gestellt werden. Sollten diese in Zukunft ausfallen, dann wären die meisten Betroffenen auf teure Anwälte angewiesen, um sich über ihre Rechte und Pflichten zu informieren.

Anderl fordert: Weniger Sonderpensionen, mehr Freizeit

Die neue AK-Präsidentin ist aber keineswegs gegen alle Reformvorschläge durch die Regierung. Die von der Regierung angekündigten Kürzungen bei Sonderpensionen im staatsnahen Bereich bewertet sie beispielsweise durchaus positiv. Beim angekündigten Zwölfstundentag gab sie sich allerdings wenig gesprächsbereit und verwies auf das ihrer Meinung nach vollkommen ausreichende bereits bestehende Arbeitszeitgesetz.

Im Gegenteil: Die jetzige AK-Präsidentin strebt, entgegen der Wünsche der Regierung, eine Verkürzung der Arbeitszeit von 28,5 auf 35 Stunden an. Die Indexierung der Familienbeihilfe und die geplanten Kürzungen bei Deutschklassen bewertet Anderl als problematisch, der Forderung Asylwerber künftig schneller in den Arbeitsmarkt integrieren zu wollen steht sie hingegen wohlwollend gegenüber. (mat)

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